Nichts als raus aus seinem Küstenkaff! Das will Don Diego de Zama, ein in Südamerika geborener Offizier der spanischen Krone. Sehnlichst erwartet er den Brief des Königs, der ihn endlich ein neues Leben in Buenos Aires, weg von diesem Provinznest an der Küste, ermöglichen soll. Denn sein trister Tagesablauf besteht vor allem daraus, den Frauen um ihn herum nachzustellen, egal ob Sklavin oder Gräfin. Mehr als ironische oder verächtliche Blicke erntet er dabei jedoch nie. Natürlich darf nichts diese Versetzung gefährden und so fügt sich Zama jeder Anweisung der zuständigen Gouverneure untertänigst. Doch die kommen und gehen, während der ersehnte Brief ausbleibt.  Nach jahrelangem Warten beschließt er schließlich sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und schließt sich einer Gruppe Soldaten an, die auf Banditenjagd ist…

Zama ist kein historischer Film, stattdessen erlaubt sich Regisseurin Lucrecia Martel Freiheiten, wurde die Geschichte doch von weißen Männern geschrieben, die den Eingeborenen und Frauen jegliche Qualitäten aberkannten. Dabei schafft sie eine dystopische Welt, die die Atmosphäre der spanischen Kolonien im Lateinamerika des 18. Jahrhunderts einfängt: Wo die Siedler Mühe haben ihre europäische Identität zu bewahren, die ihr letzter Stolz bleibt, während alles andere verwahrlost.

 

 

Mit Zama endet unsere Schwerpunkts Cine Más, in dem wir dem etwas anderen süd- und mittelamerikanischen Film einen Platz auf unserer Leinwand verschafft haben. Im Januar begeben wir uns dann nach Down Under und erkunden das Trauma verlorener Identitäten.

Spielzeit: 06. – 10. Dezember 2018

Film-FSK 12

Spanische Originalversion mit deutschen Untertiteln

ARG/BRA/ESP/DOM/FRA/MEX/PRT/NDL/CHE/USA/LBN 2017; 115 Min.; Regie: Lucrecia Martel; Drehbuch: Lucrecia Martel; Musik: Guido Berenblum; Kamera: Rui Poças; Kostüm: Julio Suárez; Produktion: Benjamin Domenech, Santiago Gallelli, Matías Roveda, Vania Catani; Mit: Daniel Giménez Cacho, Lola Dueñas,Matheus Nachtergaele u.a.