Das australische Outback im Sommer ist ein riesiger Glutofen. Verbrannte Steppe bis zum Horizont. Der in diese Hölle zwangsversetzte arrogante Junglehrer John Grant ist unterwegs in die Schulferien. Die Provinzstadt Bundanyabba soll nur ein kurzer Zwischenstopp über Nacht sein, entpuppt sich aber als Pforte zur privaten Hölle von John Grant. Extrem gastfreundliche Einheimische geleiten ihn tiefer und tiefer in die Abgründe seiner Psyche. Grant hat Albträume. Aber wenn er aufwacht, stellt er fest: Die Träume sind real! Er ist nicht daheim, sondern gefangen in einem absurden Gegenuniversum. Sind seine neuen Freunde falsch? Sie lachen nicht mit ihm, sondern über ihn!

Bei seinem Erscheinen 1971 stieß der Film auf wütende Ablehnung der Australier, die ihn als nationale Schande empfanden, wohl auch wegen den vielen Anspielungen auf verklemmte Homoerotik. Er galt als verloren, bis man ihn 2004 in 263 alten Filmdosen wiederfand. Danach wurde Wake in Fright Bild für Bild digital restauriert. In den letzten Jahren erlebt der Film nun weltweit eine Renaissance als Geheimtipp in Arthouse-Kinos. Für Deutschland war das Zebra Kino der Vorreiter. In Kooperation mit der Uni erstellten wir deutsche Untertitel für den Film. So feierte Wake in Fright 2013 seine deutsche Kinopremiere in Konstanz.

 

 

Es ist schon ein seltsames Land, dieses Australien. So großartig, riesig, mit so wunderbaren Farben, Tieren und Gerüchen, dass wir davon träumen (wieder) hinzufahren. Jeder Fremde nennt dich „mate“ – Freund. Und doch prägt eine seltsame Verunsicherung diese Nation. Die schwarzen Einwohner Australiens verlieren ihr Land, ihre 50.000 Jahre alte Kultur, ihre Traditionen und damit ihr Dasein. Was der weiße Mann nicht zerstört, erledigt der Alkohol. Und die weißen Kolonialisten? Sie machen sich den Kontinent untertan, mit Schweiß und mit Gewalt. Aber wo ist wirklich ihre Heimat? Sind sie Einzelkämpfer auf einem harten, irgendwie fremden Terrain?

Unsere kleine Filmreihe Down Under – Unheimliche Heimat greift zweimal „schwarze“ und zweimal „weiße“ Themen auf. Die Lösungen sind ähnlich spannend und doch grundverschieden.

Die in „Down Under“ machen sagenhaft gute Filme. Aber wenn nicht süße Pinguine oder verrückte Maxe mitspielen, kommen sie nicht in deutsche Kinos. Drei der vier Filme liefen hierzulande nie oder nur im Zebra. Wir mussten lange verhandeln und eigens deutsche Untertitel bauen, um sie in unser kleines Kino zu bekommen. Viel Spaß beim Zuschauen!

Spielzeit: 17. – 21. Januar 2019

nicht FSK-geprüft

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

AUS 1971; 109 Min.; Regie: Ted Kotcheff; Drehbuch: Evan Jones; Musik: John Scott; Kamera: Brian West; Produktion: George Willoughby; Mit: Donald Pleasence, Chips Rafferty, Sylvia Kay u.a.