März 1953, Josef Stalin ist tot – und seine Nachfolge ungeklärt. Die Leiche des Generalsekretärs der Sowjetunion ist noch nicht erkaltet, da beginnt im Politbüro der Streit um seine Nachfolge. Minister, Militärs, Geheimdienstler und die Apparatschiks der Kommunistischen Partei schmieden Pläne und spinnen Intrigen. Mittendrin: der Sekretär des Zentralkomitees der Partei, Nikita Chruschtschow (Steve Buscemi), Geheimdienstchef Lawrenti Beria (Simon Russell Beale), Stalins Stellvertreter Georgi Malenkow (Jeffrey Tambor) und Außenminister Wjatscheslaw Molotow (Michael Palin).

Der schottische Regisseur Armando Iannucci (Veep) inszeniert die weltpolitisch gewichteten Ränkespiele als schwarzhumorige Farce, die die Absurdität der Ereignisse auf bissige und bitterböse Weise hervorhebt. Dabei deutet der Film die historischen Ereignisse nicht bloß als persönliche Fehden machtgieriger Politiker an, sondern entblößt gleichzeitig die Strukturen eines politischen Systems, in dem der Wettbewerb um Ämter tödliche Folgen haben kann.

Die Veröffentlichung von The Death of Stalin fällt in eine Zeit, in der der Stalinismus in Russland rehabilitiert zu werden scheint und die Aufarbeitung des historischen Totalitarismus in den Hintergrund rückt. Entsprechend traf der Film einen Nerv: Unter lauten Protesten russischer Politiker und Kulturbürokraten untersagte das Kulturministerium einen Kinostart in Russland.

 

 

Das Zebra Kino zeigt The Death of Stalin im Rahmen des Schwerpunkts „Russland im Kino“. Am 14.06. erörtern wir mit PD Dr. Jörn Happel und Dr. Renata von Maydell (Fachgruppe Slavistik der Universität Konstanz) die heutige politische Relevanz des Sujets.

Spielzeit: 14. Juni 2018

Film-FSK 12 // Trailer-FSK 6

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln