Australien in den 1920er Jahren: Aborigines sind laut Gesetz Menschen zweiter Klasse, haben kaum Rechte und leben oft in sklavenähnlichen Zuständen. Der Aborigine Sam arbeitet auf der Farm des traumatisierten und rassistischen Kriegsheimkehrers March. Nach zunehmenden Repressalien tötet schließlich Sam den Weißen in Notwehr und ergreift mit seiner Frau die Flucht. Bald werden sie von einer Gruppe Männern um den fanatischen Sergeant Fletcher durchs unwirtliche australische Hinterland gejagt …

Der australische Regisseur und Kameramann Warwick Thornton (Samson & Delilah) vermittelt seine dramatische und von einem wahren Fall inspirierte Geschichte durch einige der eindrucksvollsten Bilder der jüngeren Kino-Vergangenheit. Poetische Aufnahmen der wunderschönen australischen Landschaft bilden einen Kontrapunkt zu den krassen Ereignissen. Sweet Country ist ein eindringliches, in die heutige Zeit passendes Statement über eine von Rassismus geprägte Gesellschaft. Im Film muss der rechtmäßige Eigentümer auf seinem Land für die arbeiten, die es ihm stahlen. In der Wirklichkeit räumte erst 1996 (!) der australische High Court den Aborigines eingeschränkte Rechte an ihrem Land ein.

 

 

Es ist schon ein seltsames Land, dieses Australien. So großartig, riesig, mit so wunderbaren Farben, Tieren und Gerüchen, dass wir davon träumen (wieder) hinzufahren. Jeder Fremde nennt dich „mate“ – Freund. Und doch prägt eine seltsame Verunsicherung diese Nation. Die schwarzen Einwohner Australiens verlieren ihr Land, ihre 50.000 Jahre alte Kultur, ihre Traditionen und damit ihr Dasein. Was der weiße Mann nicht zerstört, erledigt der Alkohol. Und die weißen Kolonialisten? Sie machen sich den Kontinent untertan, mit Schweiß und mit Gewalt. Aber wo ist wirklich ihre Heimat? Sind sie Einzelkämpfer auf einem harten, irgendwie fremden Terrain?

Unsere kleine Filmreihe Down Under – Unheimliche Heimat greift zweimal „schwarze“ und zweimal „weiße“ Themen auf. Die Lösungen sind ähnlich spannend und doch grundverschieden.

Die in „Down Under“ machen sagenhaft gute Filme. Aber wenn nicht süße Pinguine oder verrückte Maxe mitspielen, kommen sie nicht in deutsche Kinos. Drei der vier Filme liefen hierzulande nie oder nur im Zebra. Wir mussten lange verhandeln und eigens deutsche Untertitel bauen, um sie in unser kleines Kino zu bekommen. Viel Spaß beim Zuschauen!

Spielzeit: 10. – 15. Januar 2019

Film-FSK 12

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

AUS 2017; 113 Min.; Regie: Warwick Thornton; Drehbuch: Stephen Clearr; Kamera: Warwick Thornton; Produktion: Greer Simpkin, David Jowsey; Mit: Bryan Brown, Hamilton Morris, Sam Neill u.a.