“Heterosexuality is the opiate of the masses”

Nach seinem hochgelobten Film “Desire Will Set You Free” (2015) über das hippe queere Berlin setzt Yony Leyser nun mit der Dokumentation Queercore der gleichnamigen queeren Punk-Bewegung der 80/90er Jahre und ihren Akteur*innen ein gebührendes filmisches Denkmal. Die vielfältig künstlerisch geprägte Queercore-Bewegung erwuchs aus der Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Ablehnung von LGBTI* communities, aber auch aus dem Ärger über die Starrheit innerhalb der Punk- und Gay-Szenen selbst und gilt als Türöffner für spätere musikalische Strömungen wie Electroclash und Queer-Hip-Hop. Den Begründer*innen der Bewegung, unter ihnen die Kunst- und Filmschaffenden Bruce LaBruce und G. B. Jones, die damals u.a. im eigenen Wohnzimmer ihr queeres Magazin produzierten, ging und geht es darum, den Begriff queer auszuweiten, ihn an seine Grenzen und darüber hinaus zu bringen (“The gay community must be destroyed”) und – wie der Subtitel des Films fragend andeutet – den Punk zurück in die „queere Revolution“ zu holen.

Leysers Dokumentation, die zum Teil exklusives Archivmaterial erstmals auf die Kinoleinwand bringt, ist vieles: informativ, provokant und bunt. Sie lässt Ikonen der Musik und Performance-Kunst wie Peaches und Rrrriot Girl zu Wort kommen, zeigt Queercore-Bands mit Strap-on-Dildos auf der Bühne performend und sie macht eines ganz deutlich: die lauten Forderungen von Queercore werden nicht ungehört verhallen.

 

 

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

Montag, 16. April 2018, 21:15 Uhr

FSK 16

Mehr Infos unter http://queergestreift.com/2018/queercore/