„Schön, dass wieder da bisch!“, kommentiert Rosa (Nadine Sauter) Tonis (Kathrin Wolf) Rückkehr aus dem hohen Norden (Berlin) ins schwäbische Idyll. „I wohn jetzt nicht mer drhoim. I wohn jetzt in ner Kommune“, überrascht Rosa ihre alte Freundin beim Fasching in Bubenhausen, auf den Toni ebenso wenig Lust hat wie auf das Leben im Dorf, das Praktikum beim lokalen „Blättle“ oder das erneute Zusammenwohnen mit ihren Eltern. „Was isch bei dir los?“, kommentiert der Familienpatriarch nicht Tonis Gemütszustand, sondern ihre Weigerung Fleisch zu essen, während ihre Mutter die eheliche Tristesse mir Eierlikör schön trinkt – Toni flüchtet von daheim, vor sich selbst, zu Rosa.

Liebevoll und urkomisch porträtiert der Film „zwei Frauen und ein Dorf in der Identitätskrise“, wie  Lisa Miller ihren Film beschreibt, der größtenteils mit Laiendarsteller*innen in Bubenhausen gedreht wurde, wo die Regisseurin selbst aufwuchs. Der Max-Ophüls-Preis-Gewinner 2018 wurde hauptsächlich durch Crowdfunding finanziert und das komplette Team verzichtete auf eine Gage.

Der Film besticht durch seine unglaublich witzigen Dialoge, die sympathischen, talentierten Hauptdarstellerinnen und der exemplarischen Darstellung des Lebens in ländlichen Dörfern und der Weigerung mit Veränderungen mitzugehen. Ein absolutes Muss des Festivals!

(Schwäbische Originalversion der Rezension als Audiodatei auf der Queergestreift Festival-Seite abrufbar.)

 

 

Wir freuen uns ungemein, Regisseurin Lisa Miller sowie die beiden Hauptdarstellerin Kathi Wolf und Nadine Sauter zur Vorstellung am Dienstag, 17.04 um 19 Uhr begrüßen zu dürfen und im Anschluss an die Filmvorführung mit den beiden diskutieren zu können!

Deutsche Originalversion mit englischen Untertiteln

Dienstag, 17. April 2018, 19:00 Uhr

Mehr Infos unter http://queergestreift.com/2018/landrauschen/