In Julia Beckers Regiedebüt, der Tragikomödie Maybe, Baby!, dreht sich alles ums lästige Erwachsenwerden können, sollen, müssen…

Marie ist Mitte 30. Ein Lebensabschnitt in dem viele ihrer Freundinnen bereits Kinder haben. Sie nicht. Aber Sascha, ihr Freund, hätte gerne eins. Für Marie ist ein Kind nur bedingt das Nonplusultra. Die Gedanken an den Ernst des Lebens vertreibt Marie mit ihrer Affäre Lukas. Bei einem Ausflug der beiden auf eine einsame Berghütte, soll sich zwischen Laken und Matratzen verschanzt werden. Doch auf dem Gipfel treffen Marie und Tobi auf Maries Freund Sascha und seine Affäre Birgit. Zu dumm, dass der Lift defekt ist und nicht mehr talwärts fährt. Somit sind die vier anstatt parisischen Verhältnissen nun einander ausgesetzt. Jetzt heißt es im wahrsten Sinne des Wortes Hosen runter und Karten auf den Tisch!

Wenn man eins ihrer Talente hervorheben muss, dann ist es Julia Beckers Feingeistigkeit für Wortwitz, gute Punchlines und klugen Humor – die Pointen sitzen. Unliebsame Lebensfragen werden dem Publikum clever inszeniert vor den Latz geknallt: Wie lang ist man gefühlt zu jung für Nachwuchs? Was bedeutet ein Dasein mit bzw. ohne Kinder? Ist es auszuhalten ein Leben lang nur noch mit einer Person Sex zu haben? Wie spaßig ist es jeden Partyabend nach Mr. oder Mrs. Right zu schielen? Julia Becker verdeutlicht: In unserer freien Gesellschaft, wo alles kann, aber nichts muss, ist man ständig und ziemlich zeitintensiv mit vielen lästigen Fragen und Entscheidungen konfrontiert.

 

 

Wir freuen uns Regisseurin und Hauptdarstellerin Julia Becker am 25. Mai im Zebra Kino und am 24. Mai im Weitwinkel – Kommunales Kino Singen e.V. zum Publikumsgespräch begrüßen zu dürfen.

Julia Becker, geboren 1982 in Berlin, wurde u.a. durch die ARD-Serie Hauptstadtrevier bekannt. Mit acht Jahren schrieb sie in ein Poesiealbum, dass sie ,Filstar‘ werden will. Vermutlich weil ihre Eltern nicht genau wussten, dass sie ,Filmstar‘ meinte, nötigten sie sie zu einem unerfolgreichen Germanistik-Studium. Danach war allen klar, dass Nötigung nichts bringt, und sie studierte Schauspiel in Berlin und New York. Sie gründete ihr eigenes kleines Ensemble, schrieb dafür Stücke, führte Regie und stand auf der Bühne. Das Geld, das sie damit und mit ihren Engagements beim Fernsehen vediente, steckte sie 2011 komplett in ihren ersten Kurzfilm (Un)Möglichkeiten, bei dem sie außer Ton und Kamera auch sonst nahezu alles selbst gemacht hat. 2014 ist Julia Becker für den Spielfilm Das Floß! dann das erste Mal auch als Produzentin tätig, ehe sie nun in Maybe, Baby ihr Regiedebut gibt.

Spielzeit: 25.-28. Mai 2018

Film-FSK 12

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