Sri Lanka, 1975: Mathangi “Maya” Arulpragasam a.k.a. M.I.A. erblickt das Licht der Welt. Ihr Vater ist Begründer der Unabhängigkeitsbewegung der tamilischen Minderheit. Eine Reise von Bürgerkriegs- und Migrationserfahrungen bis zum Aufstieg zur kontroversen Pop-Ikone beginnt: Als sie neun Jahre alt ist, flieht Maya mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach London. Als Kunststudentin kehrt sie nach Sri Lanka zurück – eigentlich will sie Dokumentarfilmerin werden – und filmt ihre Angehörigen. Aus den Erfahrungen dieser Reise und mit dem dortigen Militärregime entspringen die Einflüsse für ihr zukünftiges künstlerisches Schaffen und ihre politische Haltung. Zusätzlich inspiriert von Street Art, Hip-Hop und Londoner Migrationskulturen, beginnt Maya Musik zu machen. Sie wird mit ihrer Culture-Clash-Ästhetik weltweit erfolgreich und nutzt dabei die Popmusik als politisches Sprachrohr – egal, ob sie das ins Abseits manövriert oder nicht.

Regisseur Stephen Loveridge zeichnet in Matangi/Maya/M.I.A. anhand von Archivmaterial der letzten 22 Jahre – das meiste von Maya selbst gedreht – das Porträt einer starken Künstlerin, die nicht davor zurückschreckt auch mal anzuecken. Denn M.I.A. ist zutiefst politisch, stößt ihre Parteinahme für die tamilischen Rebellen und ihr Selbstverständnis als „Bad Girl“ doch bei Mainstream-Medien, Politik und der konservativen Öffentlichkeit immer wieder auf harsche Kritik. Der Film geht aber auch auf ihren Musikstil ein, der in bester Hip-Hop-Tradition Elemente verschiedenster Genres remixt. Egal ob Dancehall, Grime, Electro, Pop, Funk oder Asian Folk: M.I.A. experimentiert und passt ihre eigenwilligen Mash-ups genau so wenig dem Mainstream an, wie ihre politische Haltung.

 

 

Wir zeigen Matangi/Maya/M.I.A. als Preview exklusiv eine Woche vor dem regulären deutschen Kinostart.

Spielzeit: 15.-20. November 2018

Film-FSK 16

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

USA/GBR 2018; 90 Min.; Regie: Stephen Loveridge; Schnitt: Gabriel Rhodes; Produktion: Andrew Goldman, Paul Mezey, Josh Rappaport, Philipp Engelhorn, Michael Raisler; Mit: Mathangi Arulpragasam