Bis heute ist es eine absolute Ausnahme, dass sich Profi-Fußballer öffentlich outen, in der Schweizer Super League hat das bisher sogar noch kein einziger Spieler getan. Der Schweizer Filmemacher Marcel Gisler setzt sich in seinem neuesten Film Mario nun mit dieser Tabuisierung auseinander.

Der titelgebende Mario ist ein aufstrebender, äußerst talentierter Stürmer der U21 der Young Boys Bern. Die Chancen stehen gut für einen Wechsel in die erste Mannschaft. Mario steht an einem wichtigen Punkt seiner Sportlerkarriere. Doch dann kommt Konkurrenz aus Deutschland: Leon – auch Stürmer. Marios Mannschaftskollegen und sein sehr ehrgeiziger Vater sind beunruhigt ob des neuen Mitbewerbers. Aber das könnte Mario nicht ferner liegen, er hat ganz andere Gefühle, ist zum ersten Mal so richtig verliebt. Beim Training kreisen seine Gedanken ständig um Leon, was auch dem Rest des Teams nicht verborgen bleibt. Sie werden auf die Funken aufmerksam, die zwischen den beiden nur so sprühen und erste Gerüchte beginnen die Runde zu machen. Bald schon erreichen diese Gerüchte auch höhere Kreise und Mario muss feststellen, dass ihn seine Romanze die so lange ersehnte Profikarriere kosten könnte. Er muss eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Nach seinen preisgekrönten Filmen Rosie und Fögi ist ein Sauhund, erzählt Marcel Gisler mit Mario nun eine stille, berührende Geschichte. Die Geschichte einer großen Liebe, die Geschichte eines zerrissenen Fußballspielers zwischen Selbstverleumdung und dem Wunsch nach Akzeptanz. Ein Spiel rund um Fußball, das Coming-out und Homophobie.

 

 

Spielzeit: 25. – 30. Oktober 2018

noch nicht FSK-geprüft

Schweizerdeutsche Originalversion mit deutschen Untertiteln

CHE 2018; 119 min; Regie + Drehbuch: Marcel Gisler; Mit: Max Hubacher, Aaron Altaras, Doro Müggler, Jessy Moravec