Olga ist eine komplizierte junge Frau, die sich von ihrer gefühlskalten Familie und gesellschaftlichen Konventionen freizuschwimmen versucht. Kettenrauchend schlurft der Louise-Brooks-artige Tomboy von einem Arbeitsplatz zum nächsten, bis sie als LKW-Fahrerin ihre Bestimmung gefunden zu haben scheint. Es gibt Liebhaberinnen, aber keine Beziehungen, ständig kommt es zu Konfrontationen, sprachlosen Gefühlsausbrüchen und Ausnahmezuständen.

In konzisen Einstellungen und elegischem Schwarz-Weiß erzählt der Film die kurze Lebensgeschichte einer einsamen jungen Frau, die zur Massenmörderin wird. Am 10. Juli 1973 fährt sie, gerade 22-jährig, mit einem LKW in eine Menschengruppe, acht Personen sterben. In ihrem Bekennerschreiben heißt es, dass sie sich damit an der Gesellschaft und den Menschen rächt, von denen sie sich gehasst fühlt. Sie ist die letzte Person, die in der Tschechoslowakei öffentlich hingerichtet wird – trotz ihrer offensichtlichen psychischen Krankheit.

Der erste Spielfilm der Regisseure Tomas Weinreb und Petr Kazda, die bislang gemeinsam Dokumentar- und Kurzfilme realisierten, basiert auf einem langen Rechercheprozess, aus dem bereits die Dokumentation Everything is Crap hervorgegangen ist. Seine Weltpremiere feierte der Film auf der Berlinale 2016 und ist nach einer langen und erfolgreichen Festivaltour endlich auch regulär in den deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Unsere beiden queeren Monatsfilme könnt ihr euch am 13. Januar entweder einzeln oder als Double Feature zusammen mit Postcards from London (20:30 Uhr) an der Abendkasse zum vergünstigten Preis anschauen.

Spielzeit: 13. Januar 2019

nicht FSK-geprüft

Tschechische Originalversion mit englischen Untertiteln

CZE/POL/FRA/SVK 2016; 105 min; Regie: Petr Kazda, Tomás Weinreb; Drehbuch: Roman Cílekm, Tomás Weinreb, Petr Kazda; Produktion: Vojtech Fric, Petr Kazdam Tomás Weinreb; Mit: Michalina Olszanska, Martin Pechlát, Klára Melísková