Finnland: Land der tausend Seen und ebenso vieler Wälder, langer Nächte und kurzer Tage – und der Staat mit den meisten Metalbands pro Einwohner. Das ist schön für die lokale Szene, die solch irre Künstler wie Oranssi Pazuzu hervorgebracht hat, macht es aber andererseits kleinen Bands insbesondere aus der Provinz schwer, sich abzuheben. So erlebt es auch Turo, der die wohlklingende Truppe Impaled Rektum anführt. Die Ambitionen sind gigantisch, das Talent allerdings in eher überschaubaren Dosen vorhanden. Das hält die Truppe jedoch nicht davon ab, sich nach einem zufälligen Treffen mit dem Veranstalter des Northern-Damnation-Festivals auf den großen Auftritt auf eben diesem vorzubereiten. Dass man dort gar nicht gebucht ist? Geschenkt. Und so machen sich die vier Musiker auf ihren titelgebenden Heavy Trip.

Den beiden Regisseuren Jukka Vidgren und Juuso Laatio gelingt es hierbei, die Balance zwischen Heavy Metal-Klischees, ihrer Brechung, sowie echter Sympathie für ihre Protagonisten zu wahren und ihren Film nur dann ins Überdreht-Alberne kippen zu lassen, wenn die Absurdität der Gesamtsituation es gar nicht anders zulässt. Gekoppelt mit einem erwartungsgemäß heftigen Soundtrack und viel Herz ist Heavy Trip die finnische Version eines Feel-Good-Movies, das einen beschwingt oder doch eher headbangend aus dem Kinosaal entlässt. Perfekt also gerade für die kalten, tristen Wintertage. Ein kleiner Film über große Ambitionen und den unbedingten Willen, diese in die Tat umzusetzen.

 

 

Spielzeit: 10. – 12. Januar 2019

Trailer-FSK 6 // Film-FSK 12

Finnische Originalversion mit deutschen Untertiteln

BEL/FIN/NOR 2018; 91 Min.; Regie: Jukka Vidgren, Juuso Laatio; Drehbuch: Jukka Vidgren, Juuso Laatio, Aleksi Puranen, Jari Olavi Rantala; Musik: Lauri Porra; Kamera: Harri Räty; Mit: Helen Vikstvedt, Pertti Sveholm, Johannes Holopainen