“It fascinatingly blurs the line between fantasy and reality, from the eerie intro all the way through to a surprise finale that raises goosebumps.“ (Deborah Young (Hollywood Reporter))

Teil einer eingeschworenen Gemeinde zu werden ist heikel. Es gibt interne Regeln und Bräuche und hat man es erst einmal in den innersten Kreis geschafft, gib es vielleicht keinen Ausweg mehr. Man wird Teil eines Organismus. Ein Organismus, der sich zu verteidigen weiß, fühlt er sich bedroht. Auf eine solche Gemeinde stößt Jens Fauser (Frederick Lau) in dem idyllischen Örtchen Schandelsmillen. Der Fremde ist auf der Suche nach Arbeit und auf der Flucht vor seiner Vergangenheit. In Lederjacke und Jeans landet Jens , zwischen Lederhosen, Volkstänzen und musternden Blicken, auf einem Dorffest. Dort wird er von Lucy (Vicky Krieps), der Tochter des Bürgermeisters, nach einer kurzen Plauderei dazu eingeladen, Sex mit ihr zu haben. Als ähnlich vereinnahmend offenbaren sich nach und nach auch die anderen Einheimischen. Insbesondere die Frauen von Schandelsmillen. Es scheint ein schmaler Grad zwischen Freundlichkeit und Bedrohung. Und dann ist da noch das abgelegene und leerstehende Haus von Georges Ostermeyer – ein Mann der eines Tages spurlos verschwunden ist.

Eine drückende Unsicherheit, bestimmt die Atmosphäre von Govinda Van Maeles Langfilmdebüt. Hinter jedem Lächeln, verbirgt sich etwas Dunkles. Evoziert wird dieses ambige Gefühl  des ländlichen Neo-Noirs durch eine distanzierte und lauernde Kameraführung in eindrucksvoller Kombination mit dem unheilvollen Soundtrack, der größtenteils aus einer einzelnen Klaviernote besteht. Idyllische Bilder des landwirtschaftlichen Gutlands werden so zu verzerrten Echos ihrer selbst. Maisfelder werden zu tief, zu undurchdringlich.  Alles verliert sich in fremdartigen Gesetzmäßigkeiten, bis selbst die Zeit anders zu laufen scheint.

 

 

Spielzeit: 10.-15. Mai 2018

Film-FSK 16

Mehrsprachige Originalversion mit deutschen Untertiteln