Gerhard Gundermann – Liedermacher, Rockmusiker, aufrechter Sozialist und Baggerfahrer. In der DDR galt der Musiker als Sprachrohr der Menschen im Lausitzer Braunkohlerevier. Als singender Baggerfahrer bekannt, sang er vom Alltag der Kohlearbeiter und setzte sich kritisch mit dem System auseinander. Er lebte stets zwei Leben: erfolgreicher Liedermacher und Arbeiter, Sozialist und Querdenker mit „prinzipieller Eigenwilligkeit“.

Der Film Gundermann folgt zwei verschiedenen Leben des Musikers: dem aufstrebenden Gundermann, der in der DDR seine Musikkarriere startet und seine Ehefrau trifft, sowie dem Gundermann nach der Wende, der auch 1992 noch immer Bagger im Tagebau in Hoyerswerda steuert. Mittlerweile Mitte 30, möchte er sich wieder der Musik widmen, eine neue Band gründen und auf Tour gehen. Denn das konnte er schon immer: den Leuten mit seinen Texten über einfache Menschen und Ausbeutung aus der Seele sprechen. Aber ausgerechnet jetzt holt ihn seine Vergangenheit ein. Gundermann war zu DDR-Zeiten nämlich auch Spitzel für die Stasi. Je mehr über die Tragweite seines Verrats an Freunden und Kumpel ans Licht kommt, desto mehr zerbricht auch Gundermanns Bild von sich selbst.

1975 beginnt das alles, als er gerade hochkant aus dem Militär geflogen ist. Er wird zum „Facharbeiter für Tagebaugroßgeräte“ ausgebildet und tritt der Band seines Kohlewerks bei. Noch immer will Gundermann den Sozialismus aufbauen und obwohl er das ehrlich, ganz ohne Betrügerei schaffen will, ist er bereit ein Doppelleben zu führen, seine Kumpel zu verraten und an der unsichtbaren Front zu kämpfen.

 

 

Spielzeit: 11.- 16. Oktober 2018

FSK (Film & Trailer) 0

Deutsche Originalversion

DEU 2018; 127 min; Regie: Andreas Dresen; Drehbuch: Laila Stieler; Mit: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Bjarne Mädel, Axel Prahl u.a.