Zuerst kam die Eisenbahn, mit der Eisenbahn die Siedler und die Siedler nahmen ihnen das Land. Gegen diese Ungerechtigkeit schließen sich fünf Freunde zusammen: Die Fünf Finger für Marseilles. Auf Fahrrädern statt auf Pferden und mit Schleudern statt Pistolen setzen sie sich den Unterdrückern zur Wehr. Die Idee des Widerstands wird dabei größer und gefährlicher als die Kinder es zu ahnen wagen. Ihr Anführer Tau – The Lion of Marseilles – muss fliehen. Es dauert zwanzig Jahre bis er in seine Heimat, die Gemeinde Railway, zurückkehrt. Eine Heimat, die auch nach dem Ende der Apartheid noch immer unter der Macht fremder Tyrannen steht. Eine Heimat, die nur ein Gesetz kennt: „The big dog eats the little dog.“ Seine einstigen Freunde haben sich mit der Lage abgefunden, sie sich als Politiker zu nutzen gemacht oder stehen Tau nun als erbitterte Feinde und Teil der korrupten Polizei gegenüber.

FIVE FINGERS FOR MARSEILLES versteht es meisterhaft, die kompromisslose Ästhetik eines Spaghetti-Western in das heutige Südafrika zu integrieren. Weitläufige Steppen, felsige Schluchten, ins Unendliche laufende Eisenbahnschienen und verlassene, staubige Straßen erinnern an Altbekanntes. Gerade dadurch werden im Kontrast die Innovationen des Films umso deutlicher herausgestellt. Die Kinematografie des von Korruption und Angst zerrütteten Railway mit seinen Lehmhäusern und Wellblechdächern brennt sich dem Zuschauer ins Gedächtnis. Ein weiteres Highlight ist das Kostümbild, welches gekonnt traditionsreiche, südafrikanische Gewänder mit Cowboymänteln und -hüten kombiniert.

 

 

Spielzeit: 19. Januar 2019

noch nicht FSK-geprüft

Originalversion (Xhosa/Sesotho) mit englischen Untertiteln

ZAF 2017; 120 Min.; Regie: Michael Matthews; Drehbuch: Sean Drummond; Kamera: Pankaj Kumar; Produktion: Ruchi Bhimani, Thomas Eskilsson; Mit: Vuyo Dabula, Hamilton Dhlamini, Zethu Diomo, Mduduzi Mabaso, Kenneth Nkosi, Aubrey Poolo u.a.