Zwei Männer, die wohl verschiedener nicht sein könnten, ein alter Peugeot 505, das Dialysegerät auf dem Dach und vor ihnen nichts als die Straße. Camino A La Paz ist ein klassisches Roadmovie und ganz genretypisch geht es hier mehr um die Reise, die die beiden Protagonisten beschreiten, als ihr eigentliches Ziel.

In Camino A La Paz treffen sich der in ärmlichen Verhältnissen lebende Vox Dei-Liebhaber, Peugeot-Enthusiast und Teilzeitchauffeur Sebastián und der streng muslimisch-gläubige Greis Jalil, um gemeinsam die über 3000 km lange Reise von Buenos Aires ins bolivianische La Paz anzutreten. Mit der Aussicht auf eine stattliche Entlohnung lässt sich der ziellose Sebastián auf einen Roadtrip ein, der für ihn zur Zerreisprobe werden soll, denn seine betagte Mitfahrgelegenheit hat so einige Marotten. Die ständigen Toiletten- und Gebetspausen wären wohl noch erträglich, würde der alte Mann dazu nicht auch noch im Wagen essen, ständig ungefragt fremde Mitfahrer einladen und das ganze mit einer Mischung aus arabischer Musik und dem Lärm des Dialysegeräts unterlegen.

„Beim Roadmovie ist es die Bewegung zwischen zwei Orten, die selbst als Lebensform erscheint.“

Camino A La Paz nutzt das Genre des Roadmovies nicht nur um zwei unterschiedliche Charaktere aufeinanderprallen zu lassen, vielmehr schafft der Film ein Verständnis für eine Kultur, die zu oft missverstanden wird. Ganz nebenbei zeigt das warmherzige Roadmovie nämlich eine ruhige und freundliche islamische Kultur im südamerikanischen Alltag – ein wichtiger Gegenentwurf zum Islam-Bild, das hierzulande oft gezeichnet wird.

 

 

Spielzeit: 15.-18. Juni 2018

FSK (Film & Trailer) 0

Spanische Originalversion mit deutschen Untertiteln