Die 15-jährige Mia zieht mit ihren Eltern in eine neue Stadt. Da die weitestgehend mit sich selbst beschäftigten Eltern ihr keinen Halt geben und die Entfremdung zu diesen ohnehin zu groß geworden ist, versucht sie Anschluss bei ihren Peers zu finden. Dabei scheut sie keine Herausforderung, weder Schuleschwänzen noch autoerotische Asphyxiation. Gleichzeitig beginnt sich ihr Körper auf abnorme Art und Weise zu verändern. Sie betäubt die Sorgen um ihre Verwandlung und die zweifelnde Identitätsfindung mit Sex und Drogen…

Lisa Brühlmann vermischt in ihrem Spielfilmdebüt Elemente des Coming-of-Age- und des Body-Horror- Films, um eine Fabel der postmodernen feministischen Emanzipation zu erzählen.

Die Regisseurin konzentriert sich dabei vor allem auf die Gefühlswelt ihrer im Mittelpunkt stehenden Protagonistin. Die Eltern werden teilweise bloß als auf Mia einredende Stimmen repräsentiert und auch ihre Freundinnen dienen eher als Katalysator ihrer Selbstfindung. Es ist ihre Metamorphose, die die Illusion der Freiheit einerseits und die Emanzipation aus Systemkonformismus anderseits symbolisiert. Gerade in diesen Szenen liegt der Fokus weniger auf dem Körperhorror als auf den Gefühlen des Hauptcharakters. Brühlmann fängt die Transformation in poetischen Bildern und einer überwirklichen, sinnlichen Atmosphäre ein, ohne dabei den Bezug zur Realität vollends aufzugeben.

Durch das Zurückgreifen auf archaische, märchenhafte Erzählstrukturen bekommt der Film einen universellen Charakter. Dies verhalf dem schwyzerdütschsprachigen Film zu Beliebtheit auf international renommierten Filmfestivals.

 

 

Wir freuen uns zusätzlich auf ein Skype-Gespräch mit Regisseurin Lisa Brühlmann nach der ersten Vorstellung am Donnerstag, den 1. November.

Lisa Brühlmann staged her first play when she was eight years old. After school she went to Berlin to study acting. Following theatre studies she played a variety of roles in various TV productions and movies in Germany and Switzerland. With a desire to learn more about the process of filmmaking, Lisa studied film at the University of the Arts in Zürich. She now works as a director/writer and is based in Zürich.

 

 

Spielzeit: 01.-05. November 2018

noch nicht FSK-geprüft

Deutschschweizerische Originalversion mit deutschen Untertiteln

CHE 2017; 97 Min.; Regie: Lisa Brühlmann; Drehbuch: Lisa Brühlmann; Kamera: Gabriel Lobos; Musik: Thomas Kuratli; Produktion: Filippo Bonacci, Stefan Jäger, Katrin Renz; Mit: Luna Wedler, Zoë Pastelle Holthuizen, Regula Grauwiller, Georg Scharegg u.a.