Sportlehrer, überzeugter Nichtraucher und trotzdem: Diagnose Lungenkrebs. Als der Mitfünfziger Arthur mit diesem bitteren Scherz konfrontiert wird, beschließt er seinem Leiden in Amsterdam ein Ende zu setzen. Doch damit ist er nicht alleine, denn in seiner letzten Nacht auf Erden trifft er eine Gleichgesinnte: die ebenfalls suizidale Claire. Sie beschließen ihren Lebensabend gemeinsam zu verbringen und werden zwischen Grachten, Coffee Shops und bestem Whiskey mit dem baldigen Tod des jeweils anderen konfrontiert. Sie beginnen über das Leben zu reflektieren und ineinander unerwartete, neue Hoffnung zu finden.

Lose auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Stefan Vögel basierend, entwickeln Josef Hader und Miguel Alexandre mit ihrem Drehbuch ein schwarzhumoriges Kammerspiel, in dem die beiden Protagonisten mit klugen und witzigen Dialogen um die Dinge kreisen, die das Leben wirklich ausmachen. Feinfühlig inszeniert, zeigt die scharfzüngige Tragikomödie eine Schicksalsgemeinschaft, deren Dynamik sich auf meisterliche Weise im Handlungsverlauf wandelt. Ihr Band wird immer enger und inniger, während der Regisseur spielerisch von nachdenklichen zu immer komischeren Dialogen überleitet. Diese starke Präsenz des Humors innerhalb eines eigentlich ziemlich deprimierenden Szenarios verleiht Arthur und Claire eine faszinierende Atmosphäre, die zuweilen an Lost in Translation erinnert. Josef Hader und Hannah Hoekstra tragen den Film und müssen sich wirklich nicht hinter Bill Murray und Scarlett Johansson verstecken. Mit der genau richtigen Dosis Trockenhumor zeigt der Streifen wie sich Tragik in Hoffnung verwandeln kann, wenn man das Glück hat, dem richtigen Menschen zu begegnen – auch wenn es schon fast zu spät ist.

 

 

Spielzeit: 15.-21. März 2018

Film-FSK 12 // Trailer-FSK 0

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