„Regen der auf Haut fällt ist der schönste Regen.“ Nur schade, dass Mike das nicht spüren kann. Der 18-Jährige hat seine Zimmertür schon seit Wochen nicht mehr geöffnet. Ohne Erklärung hat er sich in seinen eigenen vier Wänden verbarrikadiert und kommt nur heraus, wenn sonst niemand im Haus ist. Seine Eltern und seine Schwester sind verzweifelt. Erfolglos versuchen sie mit Mike in Kontakt zu treten, dessen Schweigen sie immer mehr dazu zwingt, sich mit sich selbst zu konfrontieren. Denn Mike ist nicht krank, er hat sich einfach entschieden nicht mehr am Leben der Außenwelt teilzuhaben.

In Japan hat dieses dort weit verbreitete Phänomen schon einen eigenen Namen: Hikikomori, was so viel wie „Gesellschaftlicher Rückzug“ bedeutet. Es handelt sich dabei um erwachsene Menschen, die sich von der Gesellschaft absondern, bis hin zur vollständigen Isolation. Eine solche Situation wird in 1000 Arten Regen zu beschreiben geschildert. Jedoch wird zu keinem Moment das Phänomen durchleuchtet, oder die Beweggründe von Mike offen gelegt. Er bleibt ein Fremder hinter verschlossener Tür, ohne Antwort auf die Frage Warum. Es geht vielmehr um sein Umfeld und wie dieses mit der ungewöhnlichen Situation umgeht.

Mikes Familie schreit, fragt, fleht, hofft, weint, schweigt und verzweifelt über die Ratlosigkeit. Es erinnert ein wenig an das Unverständnis gegenüber einem Todesfall, wenn ein geliebter Mensch einfach aus dem eigenen Leben verschwindet – nur dass Mike eigentlich bloß eine Tür weiter ist. Im Grunde ein sehr trauriges Thema, dennoch ist es ein lebensbejahender Film, in dem es um das Annehmen und Loslassen von Leben und Menschen geht, auch wenn man die Gründe oftmals nicht verstehen kann.

 

 

Spielzeit: 05.-09. April 2018

Film-FSK 12

Deutsche Originalversion