Der Untergang einer Familienidylle. Nach Die Wand (2012) hat Julian Pölsler dieses Mal eine Novelle der verstorbenen Autorin Marlen Haushofer verfilmt. Wir töten Stella ist ein Familiendrama, bei dem die Aufarbeitung einer Tragödie im Mittelpunkt steht.

Stella (Mala Emde) ist eine neunzehnjährige Studentin, die an ihrem Studienort bei einer Familie unterkommt. Doch plötzlich stirbt sie. Beging Stella Selbstmord? Erlitt sie einen Verkehrsunfall? Ihr Tod bleibt zunächst ein Rätsel.

Stella wird von ihrem Vermieter, dem erfolgreichen Anwalt Richard (Matthias Brandt) verführt und ist zu einer Abtreibung gezwungen. Die Affäre wird dabei von Richards Ehefrau Anna (Martina Gedeck) mit kühlem, stillen Blick beobachtet, obwohl er sie schon mal betrogen hat. Die verhängnisvolle Affäre endet und Anna kann erleichtert sein: die Harmonie in ihrer Ehe ist wiederhergestellt – eine Geschichte voller Ironie, da diese bürgerliche Familie schon längst kaputt ist. Dennoch bleibt die Frage: ist Stella das Opfer im Machtkampf des Paares? Oder sind Anna und Stella die Opfer eines herzlosen, altmodischen Patriarchen?

Ein Film voll tiefer Empfindsamkeit, Kälte und Gedanken an den Tod, schöner Landschaften und regungsloser Blicke aus dem Fenster, die uns nur erahnen lassen wohin sie schweifen.

 

 

Spielzeit: 16.-20. Februar 2018

noch nicht FSK-geprüft

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