Sheriff: „The King is coming. I know it now…“

Wir sind auf einem verlassenen Streifen auf Ed Island, in einer Dimension ohne Zeit und Raum. Ein Körper, treibend im Meer, wird an einen Strand geschwemmt. Es ist Kaspar Hauser, der Erbe des Thrones der Insel, der als kleiner Junge aus unbekannten Gründen verschwand. Es war Hausers Schicksal, lebend zurückzukommen, aber sein Geist ist offensichtlich verwirrt, nicht klar. Jogginghose, ein Paar Turnschuhe und riesige Kopfhörer – so sieht Kaspar Hauser im Jahre 2012 aus.

Der Junge wird vom Sheriff der Insel aufgelesen und versorgt – er gibt ihm ein Zuhause im alten Gefängnis. Da seine Ankunft die einzige Neuigkeit in der Routine der kleinen Gemeinschaft ist, wird er bald herausfinden, wer seine Freunde und wer seine Feinde sind. Quo vadis Kaspar Hauser?

Den Sheriff gibt Vincent Gallo, das Enfant terrible aus den USA, der noch in einer zweiten Rolle zu sehen ist, der des „Pushers“, der den Sheriff mit Heroin versorgt. Dabei trägt er in zwei verschiedenen Sprachen vor: in Englisch als „der Sheriff“ und in Italienisch als „der Pusher“. Der Film wurde ausschließlich auf Sardinien in lediglich fünf Wochen gedreht.

Inspiriert von Größen wie Jim Jarmusch, Godard und selbstverständlich Werner Herzog lässt Regisseur Davide Manuli die Legende vom rätselhaften Findelkind, auch das „Kind von Europa“ genannt, wieder auferstehen. Ein surrealer postmoderner Western-Wahnsinnstrip, mit großartigen schwarz/weiß Bildern, sehr wenigen Charakteren und getrieben von den Beats des französischen Techno-Produzenten Vitalic. Sie sind der Herzschlag dieses neuen Kaspar Hauser der Gegenwart, der kein Heiliger sein will, kein König, sondern nur DJ.

 

 

Spielzeit: 16.-21. November 2017

Mehrsprachige Originalversion mit deutschen Untertiteln