03.08.2013: Hassan Rohani, der für iranische Verhältnisse als moderat gilt, wird zum neuen Präsident des Iran gewählt und damit Nachfolger von Mahmud Ahmadinedschad. Der politische Wechsel unter dem Motto „Besonnenheit und Hoffnung“ verspricht u.a. eine Bürgerrechts-Charta, den Wiederaufbau der einheimischen Wirtschaft und Verbesserungen innerhalb der Zusammenarbeit mit der Weltgemeinschaft – ohne die iranische Revolutionsgarde.
Während seitdem Dutzende politische Gefangene frei gelassen wurden, ist auf der anderen Seite die Anzahl der Hinrichtungen deutlich gestiegen.

Arash und Anoosh arbeiten als DJs in Teherans Underground-Technoszene. Einen Mainstream gibt es nicht – der iranische Staat verbietet es. Ohne Zukunftsaussichten und dem ewigen Versteckspiel müde, planen sie unter gefährlichen Umständen einen letzten manischen Rave in der Wüste – ein Veranstaltungsort innerhalb der Stadt wäre zu gefährlich.
Zurück in der iranischen Hauptstadt, versuchen die beiden Mittzwanziger ihr illegales Musikalbum, selbstverständlich ohne Bewilligung, unter die Leute zu bringen – und verschicken dieses u.a. auch an europäische Musikfestivals. Als Anoosh auf einer Party sogar verhaftet wird, erlischt auch der letzte Funke Hoffnung auf ein restriktionsfreies Leben und sich musikalisch in der eigenen Heimat zu selbstverwirklichen. Doch dann erreicht sie ein Anruf aus Zürich von der größten Techno Party der Welt, der Street Parade. Die Euphorie in der Schweiz verflüchtigt sich jedoch schnell, als ihnen der Ernst der Lage bewusst wird, da sie vor einer folgenschweren Entscheidung stehen.

Im Anschluss der ersten Vorstellung (21.09.) folgt mit freundlicher Unterstützung der Integrationsbeauftragten der Stadt Konstanz innerhalb der Interkulturellen Woche Konstanz/Kreuzlingen eine Podiumsdiskussion zum Film mit Gästen aus der Kultur, Politik und Gesellschaft!

 

Raving Society

heißt der elektrisierende Schwerpunkt des Zebra Kinos im Herbst.

Wir beleuchten in den kommenden Wochen und Monaten die mittlerweile seit über 25 Jahren bestehende elektronische Musikkultur in all Ihren Facetten und aus verschiedenen (kulturellen) Blickwinkeln heraus. Die aus dem Detroiter Underground entstandene Musikbewegung ist in den 1990er Jahren groß geworden, kollabierte 1999 kapitalistisch, nur um sich danach neu zu erfinden. Seit einiger Zeit nun ist sie aus dem musikalischen Mainstream nicht mehr weg zu denken. Nichtsdestotrotz gibt es innerhalb der elektronischen Musik so viele Sub [Sub(Sub)Sub]-Genres, wie wohl sonst in keiner anderen Musikrichtung.

Bei der Auswahl der Filme lag uns ganz besonders am Herzen eine gewisse Diversität innerhalb der Programmierung zu erreichen, sodass nicht nur Dokumentationen, sondern auch Spiel- und Experimentalfilme Gehör finden. Des Weiteren werden innerhalb von „Raving Society“, wie für kommunale Kinos üblich, auch zwei junge Filmemacher bei Ihrem Debütfilm unterstützt.

In „Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt“ befinden wir uns mitten in der Entstehungsphase des Technos und begleiten in Sven Regeners Romanverfilmung (durch den fantastischen Arne Feldhusen) und Fortsetzung der großartigen „Herr-Lehmann“-Trilogie eine DJ-Crew auf einer Rave-Tour durch die Republik.

In den 90er Jahren begann auch die Karriere eines der bekanntesten Gesichter der elektronischen Tanzmusik, welchem der Filmemacher Romuald Karmakar bereits 2009 eine Doku gewidmet hat: Ricardo Villalobos. Neben Sonja Moonear, Roman Flügel, David Moufang aka Move D und Ata wird er filmisch bei der Arbeit im Studio, im Club und auf der Bühne begleitet. Doch dabei bleibt es nicht. In „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ kommen die fünf Musiker natürlich auch zu Wort und blicken reflektiert auf ihr bisheriges Leben zurück und die Entwicklung der elektronischen Musik. Quo vadis Techno?

Der Frage haben sich ebenso die beiden jungen Filmemacher Patrick Gängler und Chris Gebert in der „Szenographie“ „HOUSENATION – Eine musikalische Reise durch Deutschland“ angenommen. In insgesamt sieben deutschen Städten, welche die Housenation Deutschland relativ gut repräsentieren, werden unterschiedliche Szenemitglieder interviewt und mit Ihnen eine für die Stadt typische Veranstaltung besucht. Neben den DJs, Produzenten und Veranstalter Konstantin Sibold (Stuttgart) und H.O.S.H. (Hamburg) kommen somit auch die Organisatoren der PollerWiesen aus Köln sowie der Berliner Raver Tim Sommer zu Wort.

Politisch brisant wird es in dem Debütfilm von Susanne Regina Meures: Raving Iran, ein Plädoyer für den Kampf für Freiheit und das Recht auf Selbstverwirklichung. Arash und Anoosh arbeiten als DJs in Teherans Underground-Technoszene. Einen Mainstream gibt es nicht – der iranische Staat verbietet es. Als Anoosh auf einer Party sogar verhaftet wird, erlischt auch der letzte Funke Hoffnung sich musikalisch in der eigenen Heimat zu selbstverwirklichen. Doch dann erreicht sie ein Anruf aus Zürich von der größten Techno Party der Welt, der Street Parade, welcher die beiden vor eine folgenschweren Entscheidung stellt.

Von dem Thema Selbstverwirklichung kann Paul ein Lied mixen. In dem Musikdrama „Eden“ befinden wir uns wieder am Anfang in den 90er Jahren – jedoch diesmal nicht in Deutschland, sondern in der französischen Hauptstadt Paris. 20 Jahre lang begleiten wir den DJ und guten Freund der French House Pioniere Daft Punk dabei, wie er versucht seinen Traum zu leben und im Endeffekt immer tiefer in der Orientierungslosigkeit verschwindet.

Orientierungslos sind auch die beiden Kunststudenten Christopher und Michal in dem experimentellen Dokudrama „All theese sleepless nights“ auf der Suche nach sich selbst und dem bleibenden Glück. „Once you’ve been conditioned by your best love, you’ll spend forever searching for happiness along the same path.“ Mit fließenden, fast traumähnlichen Kamerabewegungen fängt der Film den Spirit und die Energie der Generation der Mittzwanziger in Polen (Europa) ein und porträtiert die aufstrebende europäische Großstadt Warschau als alternatives Zentrum.

Noch etwas abstruser wird es in dem surrealen Drama „The Legend of Kaspar Hauser“. Regisseur Davide Manuli transportiert die Legende vom rätselhaften Findelkind in die Gegenwart – als surrealer Wahnsinnstrip, mit tollen schwarzweiß Bildern und großartiger Musik des nicht weniger beeindruckenden französischen Techno-Musikers Vitalic. Diese Beats sind der Herzschlag des an den Strand einer Insel geschwemmten Kaspar Hauser, der kein Heiliger sein will oder sonst irgendetwas: sondern nur DJ – in Jogginghose, mit Turnschuhen und riesigen Kopfhörern.

Nach dem Film ist noch lange nicht Feierabend, „Raving Society“ bietet zu ausgewählten Veranstaltungen ein Rahmenprogramm. Von der Musik im Film zum Tanzen animiert, wird es insbesondere nach den gezeigten Dokumentationen Aftershowparties geben. Des Weiteren findet nach dem Auftakt des Schwerpunktes am Donnerstag, den 21.09.2017 um 19:30 Uhr durch Raving Iran eine Podiumsdiskussion zum Film mit Gästen aus der Kultur, Politik und Gesellschaft statt

 

Spieltermine: Do., 21.09.17, 19:30 Uhr (mit Podiumsdiskussion) | Fr., 22.09.17, 21:00 Uhr | Mo., 25.09.17, 19:30 Uhr | Di., 26.09.17, 21:15 Uhr

FSK 6

Mehrsprachige Originalversion mit deutschen Untertiteln

Vorverkauf und Vorreservierungen sind hier möglich!

Im Rahmen der Interkulturellen Woche Konstanz/Kreuzlingen