Geboren aus einem internationalen Theateraustausch begannen 2014 die Dreharbeiten am Videokunstprojekt Manifesto, einem Film indem die Grenzen zwischen Kunst und Kino verschwinden. Angelegt als 13- teilige Filminstallation verarbeitet Rosefeldt in seinem Werk 60 Künstlermanifeste des 20. und 21. Jahrhunderts und kombiniert sie zu einem „Manifest der Manifeste“. Dieses hinterfragt nicht nur die Rolle des Künstlers in der heutigen Gesellschaft, sondern vereint die zahlreichen Originaltexte zu einer Hommage an die bewegte Tradition und literarische Schönheit solcher Künstlerstreitschriften. Unter ihnen finden sich Vertreter des Futurismus, Dadaismus, Situationismus bis hin zu Dogma 95. Alle wurden von Künstlergruppen ebenso wie von einzelnen Künstlern, Architekten, Tänzern oder Filmemachern des verfasst.

Im Film werden sie durch Rosenfeldts Konzeption vereint und durch Schauspielerin Cate Blanchet zum Leben erweckt. Sie wechselt als Alleindarstellerin im Film von einem Figurenkonzept zum anderen und bettet die Monologe in einen unerwarteten aktuellen Kontext. Sie sind in der Gegenwart verortet und zeigen, dass ihre flammenden Proteste auch heute Relevanz haben. Oft in jugendlicher Rage verfasst und an die Kunst als Mittel zur Weltverbesserung glaubend, bilden die Texte die Stimme ihrer Generation. Was bleibt heute von der Kraft der historischen Texte? Haben ihre Ansprüche und Ideale die Zeit überdauert? Besitzen sie gar universelle Gültigkeit? Wie hat sich das Zusammenspiel von Politik, Kunst und Leben bis heute verändert?

 

 

Anlässlich des European Art Cinema Day 2017 zeigen wir Julian Rosefeldts vielschichtiges Werk sechs Wochen vor offiziellem Bundesstart am 17.

Spielzeit: 15. Oktober 2017

FSK (Film & Trailer) 0

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln