Gegen die Ungerechtigkeiten der Welt will Torsten ein Zeichen setzten: Tag für Tag, wenn auch im Kleinen, hilft er als Krieger Lux, wo er kann. Ein Filmteam wird auf den jungen Mann aufmerksam und will über seine soziale Aufopferung berichten. Klappe auf: Maske auf, Cape an und los auf die Straßen Berlins; dazu Worte über sein Streben und Kommentare der Mutter mal auf dem Sofa sitzend oder am Küchentisch rauchend. Sein Tun: etwas amüsant, aber total aufrichtig. Ist das nicht heldenhaft?

Ziemlich unspektakulär finden das die Geldgeber. Der Dreh über den selbsternannten Real Life Superhero kann nur weitergehen, wenn dieser Held für ordentliche Sensationen sorgt. Unter dieser Prämisse wird Torstens Betätigungsfeld in bedrohlichere Gefilde abgedrängt – Sex, Gewalt und Drogen. Doch der erhoffte Erfolg mit Schlagzeilen bleibt aus. Das ändert sich mit dem Hilferuf der Stripperin Kitty: endlich Zeit sich vor aller Welt zu beweisen! Doch es kommt um ein Vielfaches anders.

Torstens Kämpfe bleiben nicht folgenlos. So zeigt die fiktionale Dokumentation von Daniel Wild wie die ursprünglichen Ideale des Helden durch mediale Inszenierung entstellt werden und er letztlich zum fremdbestimmten Spielball wird, weil das Normale eben nicht reicht in dieser Welt. Bot die Maskerade anfangs dem schüchternen Identitätssuchenden Schutz, übernimmt sie schleichend aber konsequent die Kontrolle über sein Tun.

Für das Drehbuch dieser bissigen Mediensatire gewann Daniel Wild 2013/2014 das Nürnberger Autorenstipendium, 2015 den Drehbuchpreis des Sehsüchte Film Festivals und 2017 den Heinz-Badewitz-Preis für das Beste Regiedebüt auf den Hofer Filmtagen.

 

 

Regisseur Daniel Wild wurde 1979 in Mainz geboren. Nach zweijährigem Exkurs an der Schule für Clowns in Mainz studierte er zwischenzeitlich Philosophie- und Literatur an der Humboldt Universität zu Berlin. 2010 erhielt er sein Diplom im Studiengang Drehbuch/ Dramaturgie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Im Anschluss folgten zwei Dramaturgie-Assistenzen am Maxim Gorki Theater Berlin, bevor er dort als fester Regieassistent unter der Intendanz von Armin Petras arbeitete. Seit September 2012 ist Daniel Wild freischaffender Autor und Regisseur. (Bild: rbb kulturradio)

Wir freuen uns am Sonntag, den 25. Februar, Regisseur Daniel Wild zum einem Publikumsgespräch begrüßen zu dürfen.

 

Spielzeit: 22.-27. Februar 2018

Film-FSK 12

Deutsche Originalverson