In zartem Alter wird Katherine mit Alexander, dem Sohn eines englischen Landadligen und Minenbesitzer verheiratet. Es ist eine arrangierte Ehe, bei deren Vertragsabschluss auch materielle Interessen eine Rolle spielten. Beide Jungvermählte hadern mit ihrem Schicksal: Alexander hat kein Interesse an seiner Gemahlin, weder emotional noch körperlich. Katherine gibt sich einer endlosen Lethargie hin, ihre melancholischen Spaziergänge durch die kargen Ländereien werden vom patriarchalischen Schwiegervater unterbunden. Doch als eine geschäftliche Angelegenheit die Männer in Beschlag nimmt, fällt Katherine in ihrer Abwesenheit unverhofft die Rolle der Hausherrin zu. Sie blüht auf, gewinnt an Selbstbewusstsein und stürzt sich in eine Affäre mit dem Stallburschen Sebastian. Als die Liebschaft aufzufliegen droht, ist ihr jedes Mittel recht, um sie zu retten.

Mit atmosphärischen Aufnahmen verknüpft Lady Macbeth sinnbildliche Landschaften und beklemmende Kammerspielszenen. Getragen aber wird der Film von Florence Pugh, die als Katherine einen archetypischen Charakter zum Leben erweckt. Glauben wir am Anfang, es mit einer hilflosen Opferrolle zu tun zu haben, tritt bald die Autonomie und Entscheidungsstärke Katherines  zu Tage: Sie wird zur kaltblütigen Lady Macbeth.

Basierend auf der Novelle Die Lady Macbeth von Mzensk des russischen Schriftstellers Nikolai Semjonowitsch Leskow entwickelt Regisseur William Oldroyd in seinem Kinodebüt einen klassischen literarischen Stoff der die unterdrückten Leidenschaften der viktorianischen Gesellschaft entfesselt.

Spielzeit: 30. November-04. Dezember 2017

FSK (Film & Trailer) 12

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln