„Ich schenke dem Führer 12 Micky-Maus-Filme zu Weihnachten! Er freut sich sehr darüber. Ist ganz glücklich über diesen Schatz.“ – Eintrag aus Joseph Goebbels Tagebuch vom 20.12.1937.

Adolf Hitler soll großer Cineast gewesen sein. So ließ er sich u.a. in der Reichskanzlei diverse Filme vorführen, darunter amerikanische Produktionen, wie den Klassiker Vom Winde verweht. Unter seiner Herrschaft im dritten Reich seien über 1000 Filme entstanden. Die Nationalsozialisten verstanden das Medium Film als wichtiges Werkzeug, um politische Botschaften an die Rezipienten – mal subtil, mal demonstrativ – heranzutragen. Mit der Einführung der Reichsfilmkammer und der Ernennung Joseph Goebbels zum Reichspropagandaminister wurde das vielfältige deutsche Autorenkino in ein filmisches NS-Korsett gezwängt.

Der Filmjournalist Rüdiger Suchsland prüft in seiner Dokumentation Hitlers Hollywood unzählige Filme aus dem Dritten Reich kritisch auf deren propagandistischen Gehalt. Untersuchungsgestand sind u.a. Revue- und Spielfilm-Klassiker mit damaligen Schauspielgrößen wie Zarah Leander oder Hans Albers, die solche Schlager-Evergreens hervorbrachten wie ‘La Paloma‘ oder ‘Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen‘.

 

 

Gemeinsam mit dem Medienhistoriker Dr. Fabio Crivellari von der Universität Konstanz wollen wir uns im Anschluss an Suchslands Dokumentation vertiefend mit dem Fragenkomplex hinsichtlich Propaganda zur NS-Zeit auseinandersetzten: Was ist Propaganda? Wie funktionierte diese? Wie wirkte sie bzw. hat sie überhaupt gewirkt? Hitlers Hollywood und seine implizierten historischen Thesen und Erklärungsversuche werden selbst zum Untersuchungsgegenstand unserer Diskussion.

Spielzeit: 16. Januar 2018

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