Connie Nikas Plan löst sich auf der Rückbank einer schwarzen Limousine buchstäblich in Rauch auf. Einige Minuten zuvor hatte er (Robert Pattinson) seinen geistig zurückgebliebenen Bruder Nick (Benny Safdie) aus dessen gerichtlich angeordneten Therapiesitzung gezerrt, ihm eine Maske in die Hand gedrückt, mit ihm eine Bank überfallen und war mit einem Rucksack voller Banknoten – sowie einer versteckten Farbgranate – getürmt.

Als Connie seinen Bruder aus dem Wrack ihres verunglückten Fluchtwagens zieht, aus dem immer noch dicke rote Rauchschwaden steigen, da hat er noch die Hoffnung, dass sie beide ungeschoren davonkommen werden. Dass Nick nicht kurz darauf wegen Bankraubs verhaftet werden wird. Dass dieser nicht nach einer Schlägerei im Gefängnis schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden wird. Doch nur wenige Stunden später, nach mehreren erfolglosen Versuchen, die für Nick angesetzte Kaution aufzutreiben, greift Connie erneut zu drastischen Mitteln. Er schmiedet einen halsbrecherischen Plan, um Nick aus dessen von der Polizei bewachten Krankenhauszimmer zu entführen.

Mit GOOD TIME ist den Safdie Brüdern ein höchst atmosphärisches, packendes Thriller-Drama gelungen, das selbst für die Abgebrühteren unter uns die eine oder andere Überraschung bereithält. Weit entfernt von der oftmals mittels Hochglanzoptik romantisierten Darstellung New Yorks zeichnen sie ein raues, dreckiges, in 35mm fotografiertes ungeschönt-authentisches Bild ihrer Heimatmetropole, die bereits in ihren beiden Erstlingswerken, den Low-Budget-Produktionen DADDY LONGLEGS und HEAVEN KNOWS WHAT als Kulisse diente. Robert Pattinson überzeugt dabei als ein vom Pech verfolgter Kleinganove, der von einem Unglück ins nächste taumelt.

 

Spielzeit: 02.-07. November 2017

FSK (Film & Trailer) 12

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln