Blaues Tuch, zart gerötete Wangen, ein leicht geöffneter Mund, so erscheint uns das Mädchen, das zentrale Motiv in Meisje met de parel aus dem Jahr 1665. Wer war diese schöne junge Frau? Gilt der träumerische Blick wirklich uns, oder vielleicht einer heimlichen Liebe oder gar dem Maler Jan Vermeer selbst, der sie unsterblich machte? Regisseur Peter Webber schuf einen Film, der nicht nur das Genie eines begabten Künstlers des 17. Jahrhunderts zeigt, sondern auch Platz findet für die Menschen seines Umfeldes. Der Familie, den Musen und Modellen seiner Werke und den Finanziers der damaligen Malerei.

Das Mädchen mit dem Perlenohrring gibt Einblicke jenseits der Momentaufnahme des Gemäldes. Wir tauchen durch das bewegte Bild des Films in eine Handlung ein, die uns eine mögliche Variante zur Entstehung dieses Werkes anbietet.

Das Mädchen mit dem Perlenohrring heißt nun Griet. Im Alter von 17 tritt sie in die Dienste des bekannten Malers, der in ihr etwas Besonderes zu entdecken scheint und sie mit seiner Arbeit vertraut macht. Bald hilft sie ihm, die Farben zu mischen und zwischen der stillen Griet und Vermeer entsteht eine Bindung, die ihn zu einigen seiner besten Arbeiten inspiriert. Doch Regisseur Peter Webber lässt den Zuschauer daran teilhaben, dass die Verhältnisse in denen der Künstler wirkte komplizierter sind als sie uns heute erscheinen mögen. Feinfühlig haucht dieser Film nicht nur diesem einen Gemälde Vermeers Leben ein, sondern zitiert mehrere Meisterwerke, die uns der Maler hinterlassen hat. Gespickt mit einer Topbesetzung lädt der Oscar-nominierte Film dazu ein, die Verbindung zwischen der Literatur, dem Films und der bildenden Kunst zu feiern.

 

 

Mit Girl with a pearl earring beginnt unsere Reihe „Der Maler als Filmregisseur – Filme über Maler“ in Kooperation mit der Universität Konstanz, bei der zu jedem Film Studierende eine kurze Einführung vor dem Film halten werden.

Spielzeit: 14. November 2017

FSK (Film & Trailer) 6

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln