Detroit, Juli 1967. Die Motor City brennt. Die Proteste der schwarzen Bevölkerung gegen weiße Polizeigewalt sind eskaliert. Es fliegen Molotovs, Läden werden geplündert, die Polizei reagiert mit Tränengas und tödlichen Feuerwaffen.

Kathryn Bigelow beginnt ihre dramatisierte Darstellung der Ereignisse wie eine Collage. Erst rekapituliert das Intro die afroamerikanische Geschichte, dann springt der Film in rascher Szenenfolge durch den Großstadtdschungel Detroits: der Fabrikalltag, die Auflösung einer ungenehmigten Party, ein unterbrochenes Motown-Konzert, Demonstrationen. So entsteht ein Sog, der die Zuschauer mitten ins Getümmel zieht. Schließlich zoomt Bigelow auf eine Episode, die Erstürmung des Algier Motels. Hier wurde eben noch ausgelassen gefeiert, als eine Schreckschusspistole die Polizei auf die Bühne ruft. Einsatzleiter Philip Krauss versucht mit roher Gewalt und psychologischem Terror den vermeintlichen Schützen zu entlarven. Seine Opfer sind die jungen Motelgäste: die schwarzen Musiker Larry und Fred, deren größter Auftritt kurz vorher aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde; Julie und Karen, zwei weiße Mädchen, die die Freiheit der Sommerferien auskosten wollten. Zwischen den Fronten versucht der private Sicherheitsmann Melvin die Lage zu beruhigen. Doch die Situation spitzt sich immer weiter zu.

Nach dem Irak-Krieg (The Hurt Locker) und der Jagd auf Osama bin Laden (Zero Dark Thirty) widmen sich Regisseurin Bigelow und Drehbuchautor Mark Boal erneut einem kritischen Moment amerikanischer Zeitgeschichte und formen ihn zu einem nervenaufreibenden Thriller. Damit greifen sie nicht nur ein hochaktuelles Thema auf, sondern entfachen erneut die Debatte, wie man Zeitgeschichte angemessen fiktionalisiert.

 

 

Spielzeit: 9.-13. Februar 2018

FSK (Film & Trailer) 12

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln