Der Dokumentarfilm nähert sich in drei Perspektiven dem Werden der Techno-Subkultur: dem Beobachten von Rave-Aktivisten bei der Arbeit im Studio und im Club, der Reflektion der Musiker auf ihr Leben und Wirken sowie der Entwicklung der elektronischen Musik selbst. Alle Protagonisten sind schon seit den 1990er Jahren im Geschäft, dementsprechend breit ist ihr Erfahrungshorizont. Zwischendrin liefert Romuald Karmakars Bilder von leeren Clubs im Tageslicht, und rammelvollen in der Nacht sowie der Studios, in denen die Musik entsteht, die die Nacht zum Tag macht.

Hinter den Kulissen des gewohnt einkanaligen „fertigen“ Sounds bekommt man Einblick in den Aufwand der Mixturen der Musiker in Ihrem Job. Die Statements der DJs driften dabei oft in ganz persönliche Erlebnisse ab: Kindheitserinnerungen, Schweizer Calvinismus, Kontakt mit Kraftwerk oder einem schwarzen G.I.s aus der Nachbarschaft.

Die historiographischen, soziologischen und philosophischen Höhenflüge werden geerdet durch die konkrete Arbeit an den Beats – im Studio, vor den Menschen auf der Tanzfläche und manchmal auch improvisierend mit anderen Musikern auf der Bühne.

Regie und Schnitt lassen dabei Raum für den Zuschauer, selber Querverbindungen zu ziehen, weiterzudenken, mitzuphilosophieren. Somit ist Denk ich an Deutschland in der Nacht weit mehr als ein Konterfei der DJ’s & Produzenten Sonja Moonear, Ricardo Villalobos, Roman Flügel, Move D und Ata.

Der Film feiert seine Weltpremiere auf der 67. Berlinale in der Sektion Panorama.

 

 

Spielzeit: 26.-30. Oktober 2017

FSK (Film & Trailer) 0

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