A Ghost Story. Ein Titel, so simpel und doch so vieldeutig. Der perfekte Titel für einen Film, der einerseits die vielleicht simpelste Geschichte dieses Kinojahres erzählt. Der dabei gleichzeitig so vielschichtig und ambitioniert ist, dass einen sofort das Gefühl beschleicht, hier etwas ganz Großem beiwohnen zu dürfen. Ein Film, der wagt und gewinnt. Weil er sich traut, aus einer intimen Geschichte von Trauer und Verlust eine Meditation über Evolution, Fortschritt und Zerstörung zu entwickeln. Hier überlappen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Als hätte Stanley Kubrick 2001: A Space Odyssey auf der Erde angesiedelt und ihm ein weißes Bettlaken übergestülpt.

C (Casey Affleck) und M (Rooney Mara) leben ein normales Leben als Paar in einem Haus, aus dem sie eigentlich schon lange weg möchte. Er hingegen möchte bleiben. Dann stirbt C und erwacht wenig später als Geist wieder. Fortan verbringt er seine Zeit als stiller, unsichtbarer Beobachter in dem Haus, das ihn magisch anzuziehen scheint. Aus der Sicht des Geistes schweben wir ebenfalls als stille Beobachter durch die Zeit. Wir sehen Menschen kommen und gehen und die Veränderung, die mit den Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten an uns vorbei zieht. A Ghost Story erzählt seine Geschichte über die Bilder, gibt ihnen Zeit zu atmen, uns vollständig einzusaugen. Wer sich auf diesen Film einlassen kann, wird mit einer regelrecht transzendentalen Kinoerfahrung belohnt.

Spielzeit: 7.-19. Dezember 2017

FSK (Film): 12 // FSK (Trailer): 6

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln