Willkommen zu einem Clash der Zombie Filme – Tradition trifft auf Gegenwart: Voodoo vs. Queercore! Als ersten Film zeigen wir den Voodoo-Klassiker The Plague of the Zombies, der von den legendären Hammer Films Schmiede produziert wurde. Zwischen 1930er und 80er Jahren wurden Hammer Films bekannt für SciFi und Horror Filme wie z. B. Dracula (1958) mit Christopher Lee. Als 1966 The Plague of the Zombies in die Kinos kam, war er zwei Jahre vor Night of the Living Dead von Georg A. Romero auf der Leinwand zu sehen und damit einer der letzten seiner Art. Romeros Film brach mit der bis dahin vorherrschenden Voodoo-Thematik, ersetzte sie. Er übernahm aber die Zombie-Ästhetik und behielt die sozialkritische Thematik. Eine kleine Revolution der Zombie-Filmgeschichte! The Plague of the Zombies – welcher sich deutlich an der Tradition solcher Film wie White Zombie (1932) orientiert – steht also an der Schwelle der Zombiefilmgeschichte. Somit geht es an diesem Abend auch um die Anfänge und um die sich fortsetzende Entwicklung von immer wiederkehrenden / zombie-esken (Tabu-) Brüchen.
Die Tendenz des Zombie-Filmes, sich neuen Ursprungsmythen zuzuwenden, zieht sich durch die Filmgeschichte – man denke hier an zeitgenössische Filme wie 28 Days Later, Zombieworld, [●REC], etc. Im Zeichen dieser Entwicklung steht unser zweiter Film des Abends, der aus dem Meer des bekannten Genre-Durchschnitts besonders kantig heraus ragt: Otto; or, Up with Dead People (2008). Dabei handelt es sich um den ersten Queercore-Zombie Film aus der Feder des kanadischen Filmemachers Bruce La Bruce. Zwei Jahre danach folgte ebenfalls von Bruce La Bruce der pornografische L.A. Zombie (2010), der auf Filmfestivals für Furore sorgte. Lust am (nackten) Fleisch in doppelter Form: Zombies als markierte Außenseiter.
Wir zeigen die beiden außergewöhnlichen Filme in Kooperation mit dem Seminar „Zombie-Narrative“ von Frau Dr. Gudrun Rath, Mitarbeiterin an der Professur Kulturtheorie und kulturwissenschaftliche Methoden an der Universität Konstanz. Beiden Filmen wird eine kurze Einführung vorangestellt. Danken wollen wir außerdem Anolis Entertainment, für die Möglichkeit, den Film The Plague of the Zombies vorführen zu dürfen