Der Name H.P. Lovecraft ist längst nicht mehr nur eingefleischten Kurzgeschichtenfans ein Begriff: Schließlich hat der gute Howard Philips wie kein Zweiter das Horrorgenre des 20. und gewisse Teile der Online-Nerdkultur des 21. Jahrhunderts geprägt. Regisseure wie John Carpenter („Das Ding aus einer anderen Welt“, „Die Mächte des Wahnsinns“) und Guillermo Del Toro („Hellboy“) sind laut eigenen Aussagen nicht nur große Fans des hageren Schriftstellers. Es finden sich in ihren Filmen auch viele Verweise auf dessen Kurzgeschichten, nicht zuletzt auf den „Cthulhu-Mythos“.
Ein weniger bekanntes Werk ist die Erzählung „Herbert West – Reanimator“, eine so offensichtliche wie rabenschwarze Parodie auf Mary Shelleys „Frankenstein“. Ausgerechnet diese recht unpopuläre Geschichte wurde 1985 von Stuart Gordon verfilmt und avancierte zum Kulthit und Kritikerliebling.
Nun, knapp 20 Jahre später, zeigt das Zebra-Kino „Re-Animator“ sowie die Fortsetzung „Bride of Re-Animator“ in aufwändig restaurierten und erstmals offiziell in komplett unzensierten Fassungen auf der großen Leinwand.

Re-Animator

Der Medizinstudent Herbert West steht kurz vor einem phänomenalen Durchbruch: Es ist ihm gelungen, ein Serum zu entwickeln, das die Toten wiederauferstehen lässt. Dumm nur, dass die bisherigen Testobjekte nicht „frisch“ genug waren, um adäquate Ergebnisse zu liefern. Also mietet er sich bei seinem Kommilitonen Dan Cain ein, um in dessen Keller weiter ungestört forschen zu können. Darüber hinaus arbeitet Cain nebenher in der Leichenkammer der Miskatonic Universitätsklinik, wovon sich West einen entscheidenden Vorteil bei der Beschaffung neuer Versuchskaninchen verspricht.
Als die Experimente zunehmend eskalieren, kommt Professor Carl Hill den beiden allmählich auf die Schliche. Doch anstatt die blutrünstigen Eskapaden der beiden Studenten zu melden, schmiedet Hill ganz andere Pläne … Rasant erzählt und ausgestattet mit einer gehörigen Prise tiefschwarzen Humors sowie liebevollen, handgemachten Splattereffekten ist Regisseur Stuart Gordon ein zeitloser Horrorklassiker gelungen, den selbst Kritikerpapst Roger Ebert seinerzeit als wahres „Vergnügen“ anpries.

Bride of Re-Animator

Auch im zweiten Teil geht es ordentlich zur Sache: Während der von Gewissensbissen geplagte Cain endgültig aussteigen will, forscht Herbert West munter und unbeirrt weiter. Doch mittlerweile ist ihm das einfache Wiederbeleben nicht mehr genug: Aus verschiedensten Körperteilen will er sich einen eigenen, ganz neuen Menschen basteln. Währenddessen bleibt nicht unbemerkt, dass in der Leichenkammer der Miskatonic Universitätsklinik regelmäßig Körperteile verloren gehen. Im Laufe der polizeilichen Ermittlungen durch Lieutenant Chapham drohen nicht nur Cain und West aufzufliegen, auch ein alter Bekannter taucht plötzlich wieder auf und sorgt für einigen Ärger und nicht zuletzt einen gehörigen Blutzoll.
Greller, böser, trashiger und vor allem abgedrehter präsentiert sich Brian Yuznas gelungene Fortsetzung, die genau da weitermacht, wo der Vorgänger aufhörte. In ausnahmslos allen Kategorien wird noch einen Gang zugelegt, was die Herzen aller Splatterliebhaber höher schlagen lassen sollte.

Sa, 31.5. 22:00