Eigentlich sind Aliens ja recht wählerisch, wenn es um irdische Angriffsziele geht: Es müssen schon immer gleich Millionenstädte sein, die von einer hochentwickelten und hoffnungslos überlegenen Raumschiffflotte mit viel Krachbumm in Schutt und Asche gelegt werden. Dass sich aber auch primitivere Spezies hin und wieder bevorzugt in etwas entlegenere Gegenden unseres Planeten verirren, zeigen wir in unserer MOONLIGHT MADNESS im April. Und wieso man sich lieber von Meteoriten fernhalten sollte, aus denen rosafarbenes Shampoo tropft. Und weshalb es manchmal doch keine allzu schlechte Idee ist, sich ordentlich die Kante zu geben, bevor man Cthulhus angepissten kleinen Brüdern entgegentritt. Könnte ja irgendwann mal nützlich sein.

Sa, 27.04. 21:00 Uhr

Der Blob

Eines Nachts stürzt in der Nähe der amerikanischen Kleinstadt Arborville ein Meteorit vom Himmel. Als ein Landstreicher den Himmelskörper findet, wird er von einer gallertartigen Masse angefallen und flüchtet Richtung Arborville. Der Außenseiter Brian (Kevin Dillon) bringt den Schwerverletzten ins örtliche Krankenhaus, muss aber bald erkennen, dass das keine sehr gute Idee war: Der anhängliche Glibber entwickelt ein mörderisches Eigenleben und beginnt, sich durch die ganze Stadt zu fressen. Er verleibt sich jeden ein, der ihm in die Quere kommt. Je mehr Menschen ihm zum Opfer fallen, desto größer wird er. Alle Versuche, ihn zu stoppen, scheitern kläglich.

Das Remake eines amüsanten Trash-Filmchens mit Steve McQueen aus dem Jahre 1958 brilliert vor allem mit auch nach 25 Jahren noch äußerst sehenswerten handgemachten Spezialeffekten. Das gefräßige Treiben des Blobs wird mit so originellen wie deftigen Splattereinlagen garniert, die die Herzen eingefleischter Horrorfans höher schlagen lassen. Rasant, kurzweilig und mit dem nötigen Augenzwinkern ist DER BLOB nach wie vor ein Riesenspaß für Jung und Alt.

Grabbers

Seit im Jahr 2010 das Drehbuch zu Grabbers auf der Brit List (Großbritanniens meist gewünschte, aber noch nicht verfilmte Drehbücher) auftauchte, wuchs die Anzahl der Fans der Filmidee beständig. 2012 kam dann der sehnlichst herbeigewünschte Film endlich in die britischen Kinos und enttäuschte NICHT, ganz im Gegenteil.

Die Bevölkerung einer kleinen irischen Insel sieht sich einer Invasion von radschlagenden Tentakelwesen aus dem Weltall, später Grabbers genannt, gegenüber. Schon bald stellt sich heraus, dass die Grabbers zum Überleben Wasser und Blut brauchen. So gesehen ist die Invasions-Anlegestelle Irland besser geeignet als die Wüste von Nevada. Andererseits ist Irland das Dümmste, ja noch dümmer als Nevada, was den Invasoren passieren konnte. Die Aliens können Alkohol überhaupt nicht ab, nicht mal verdünnt mit viel Blut. Alkoholunverträglichkeit in Irland?

Eigentlich brauchen die Einheimischen ja gar keinen Grund zum Trinken, aber jetzt, wo es überlebenswichtig ist, geben sie Vollgas. Dorfbulle Ciarán O’Shea (Arbeitszeugnis: neigt zu geselligem Verhalten) bekommt aushilfsweise die streberhafte Jung-Polizistin Lisa an die Seite. Nach angespülten Walkadavern, Leichenfunden, Schleimspritzereien und Alien-Aussaugattacken muss – so sieht es der mit viel Hirnschmalz geschmiedete Plan vor – erst mal die Dorfbevölkerung mitsamt der stupsnasigen Neuankömmlingin mit einem amtlichen Promillepegel versehen werden. Dagegen erklärt sich O‘Shea bereit, für einmal nüchtern zu bleiben. Dennoch verliert der höchst geradlinige, aber irgendwie ineffiziente Plan Stück für Stück und Mann für Mann an Wirksamkeit. Wegen eines Sturms ist Hilfe vom Festland nicht zu erwarten und so schlägt nun Lisas Stunde, Mush-a ring dum-a do dum-a da …

Jon Wright gelingen in seinem Film drei Dinge: Er ist Horror, wenn er Horror sein muss. Er ist Humor, wenn er lustig sein soll (screwball). Am Allerfeinsten aber ist er dann, wenn er auf Lokalkolorit (mit wunderbaren, irischen Charakter-Darstellern) setzt, wenn Klischees bedient und aufs Korn genommen werden. Wack fall the daddy-o, wack fall the daddy-o …