Alle Jahre wieder bekommt man von den Fernsehsendern zum Fest der Liebe das übliche Einerlei vorgesetzt: Heinz Rühmann schlürft die NS-subventionierte Feuerzangenbowle, Romy Schneider lässt sich als Sissi von Karlheinz Böhm bezirzen, bevor dieser in Augen der Angst Frauen und seine Karriere killte, und der mittlerweile nicht nur von seinen Filmeltern vergessene Macauly Culkin verteidigt auch noch irgendwann sein Haus vor grenzdebilen Einbrechern.

Deshalb wollen wir dieses Jahr für etwas Abwechslung sorgen und zeigen am 7. Dezember zwei Weihnachtsfilme, für die der Begriff „Stille Nacht“ wahrhaftig ein Fremdwort ist. Dafür hauen die beiden Streifen mit wilden außerirdischen Kreaturen, die in einer friedlichen amerikanischen Kleinstadt wüten, sowie einem psychopathischen Unbekannten, der die Bewohnerinnen eines Verbindungshauses nicht nur mit Anrufen terrorisiert, ordentlich auf den Putz.

Wer auch in der besinnlichen Vorweihnachtszeit nicht auf eine thematisch passende Portion bitterbösen Humor und schnörkellosen Horror verzichten möchte, ist hier genau richtig. Macht es euch mit einem Becher Glühwein im Zebra gemütlich und stellt euch auf einen etwas anderen Vorweihnachtsabend ein.

Gremlins

Gremlins (DF)

Eigentlich will der Erfinder Rand Peltzer auf einer Geschäftsreise nur ein ausgefallenes Weihnachtsgeschenk für seinen Sohn Billy kaufen, als er sich von einem alten Chinesen ein knuffiges kleines Tierchen aufschwatzen lässt. Doch der kleine Mogwai Gizmo ist trotz seiner Gutmütigkeit nicht das pflegeleichteste Haustier. Denn es gibt drei Regeln zu befolgen: Er darf niemals Tages- oder sonstigem grellen Licht ausgesetzt werden. Füttern nach Mitternacht ist strengstens verboten. Und er darf auf keinen Fall mit Wasser in Berührung kommen. Als genau diese letzte Vorschrift von Billy aus Versehen missachtet wird, vermehrt sich der kleine Gizmo rasant. Und seine Nachkommen sind weder flauschig noch friedlich. Bald wird der idyllische Heimatort der Peltzers von einer wilden Horde blutrünstiger Miniaturbestien terrorisiert, denen scheinbar niemand Einhalt gebieten kann.

Mit einer ordentlichen Prise pechschwarzen Humor schuf Joe Dante 1984 eine rasante Horrorkomödie, die auch heute noch beste Unterhaltung liefert. Das Zebra Kino zeigt Gremlins übrigens in der ungekürzten Kinofassung, die es wahrlich in sich hat.

Black Christmas (OmU)

Während einer ausgelassenen Weihnachtsparty in ihrem Verbindungshaus erhalten einige Studentinnen einen anonymen Anruf. Und das nicht zum ersten Mal: Seit Wochen werden sie von einem offensichtlich gestörten Unbekannten belästigt, der unentwegt Obszönitäten und wirres Zeug in den Hörer flüstert und kreischt. Die örtliche Polizei hält zunächst alles für einen dummen Streich männlicher Kommilitonen, bis das erste Mädchen spurlos verschwindet. Eh sich die Ermittler um Lieutenant Fuller versehen, wird aus dem anfangs mutmaßlichen schlechten Scherz ein blutiger Albtraum, der für viele der Beteiligten ein böses Ende nehmen wird.

Hochkarätig besetzt und packend inszeniert gilt Black Christmas heute als einer der ersten Vertreter und Wegbereiter des Slasherfilms. Nicht umsonst ließ sich John Carpenter für seinen vier Jahre später gedrehten Meilenstein Halloween nicht nur bei der Anfangssequenz von Black Christmas inspirieren. Das macht den Film zu Klassiker und Geheimtipp gleichermaßen.

Sa, 07.12. 21:00