1968 ging in die Geschichte ein: Flower Power, Studentenunruhen, Proteste, freie Liebe, Black Power, Hippies und Nixon – kurz: Power, wohin man auch blickt! Und das Kino? Chaos, Veränderung, nackte Körper und charmante Comicverfilmungen! Mit stolzer Brust widmen wir der Moonlight Madness am 3. November zwei französisch-italienischen Perlen aus den wilden 68ern: Zuerst wird uns der italienische Meistereinbrecher und Frauenheld Danger: Diabolik den Kopf verdrehen und dann zeigt uns Barbarella, die Göttin des erotischen Sci-Fi, das Leben im Jahre 40.000 nach Christus – Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch!

Sa, 03.11., 21:00

Danger: Diabolik

Diabolik ist ein Meister seines Faches. Ob als Gangster, als Liebhaber, am Steuer schneller Autos, an der nackten Bergwand oder mit einer Hand an der Pistole – er ist ganz einfach die perfekte Mischung aus Anarchist und Hedonist. Natürlich hat Diabolik einen Widersacher und zwischen den beiden geht es hoch her. Dazu gehört alles, was das Action-Herz höher schlagen lässt: Wilde Verfolgungsjagden, Kämpfe Mann gegen Mann und allerhand Absurdes aus der vordigitalen Trickkiste. Dabei verliert der Film nicht einmal in seinen explosivsten Szenen seinen unglaublichen Charme, was nicht nur, aber vor allem an Diaboliks eleganter Art und Weise liegt, auch die größten Hindernisse gelassen und mit einem Augenzwinkern zu umschiffen.

Dass Danger: Diabolik in seinen besten Momenten an Austin Powers erinnert, wenn man ihn mit James Bond kreuzt und ihn in eine sexy 60er Version einer Batcave steckt, sei hier nur eine Fußnote, den weder muss, noch kann man Danger: Diabolik vergleichen. Zu einzigartig ist der anachronistische Mix aus wilden 60ern, Gangster und fantastischen Einfällen. Wer einen kleinen Vorgeschmack möchte: „Body Movin‘!“ von den Beastie Boys lässt grüßen.


Barbarella

Zu psychedelischen Klänge entkleidet sich eine blonde Schönheit, frei schwebend in den unendlichen Weiten des Alls – schon der Anfang spielt mit all den Vorzügen des erquickend freien Filmes. Die Geschichte ist schnell erzählt: Wir befinden uns im 41. Jahrtausend. Barbarella erhält vom Präsidenten höchstselbst einen neuen Auftrag: „Your mission, Barbarella: Find Durand-Durand!“ –Finde den Bösewicht, der nicht ganz zufällig an eine gewisse 80er-Band erinnert.
Doch bietet die Mission einiges an Tücken und Fallen. Auf die junge Heldin warten Labyrinthe ebenso wie blinde Engel namens Pygar. Und um an ihr Ziel zu kommen, verwendet Barbarella nicht nur Köpfchen… Dem Motto getreu: Make sex, not war!

Barbarella ist – ganz zurecht – Kult. Der Film zelebriert nicht nur die wilden 68er, sondern auch die Magie von Filmen, die sich alles (zu)trauen, bis zum Höhepunkt und noch viel weiter. Da verwundert es nicht, dass Rodriguez selbst eine Neuverfilmung des Streifens plante, aber leider doch nicht in die Tat umsetzte. Nun, was nicht ist, kann noch werden und bis dahin erfreuen wir uns am trashig-traumhaften Original und schwelgen in farbiger Nostalgie.