David Kato

Seit Jahren versuchen christlich-religiöse Gruppen in Uganda ein verschärftes Anti-Homosexualitäts-Gesetz durchzusetzen, welches Haftstrafen für Homosexuelle und in „schweren Fällen“ sogar die Todesstrafe vorsieht. David Kato, Menschenrechtsaktivist und der erste offen schwul lebende Mann Ugandas, und seine Mitstreiter*innen versuchen, das mit allen Mitteln zu stoppen. CALL ME KUCHU dokumentiert ihren Kampf gegen die Hetze der Presse und der ugandische Regierung. Die brutale Ermordung Katos während der Dreharbeiten im Januar 2011 erschüttert die Gemeinschaft zutiefst und gibt dem Anliegen der Aktivisten eine noch stärkere, traurige Dringlichkeit. Nach weltweiten Protesten wird der Gesetzesentwurf vorläufig zurückgezogen, nur um ihn nach Abebben der Proteste im Februar 2012 erneut ins Parlament einzubringen. Der Ausgang der Debatte ist noch offen.

Die Regisseurinnen von CALL ME KUCHU begleiteten David Kato über ein Jahr vor seiner Ermordung und schildern in ihrem Film das Leben eines mutigen und geistreichen Mannes mit kräftiger Stimme, dessen Errungenschaften erst nach seinem Tod in vollem Ausmaß erkannt wurden. Nuanciert beleuchtet der Film das Leben der „Kuchus“ von Kampala, ihre Bemühungen, ihr eigenes Schicksal und das von vielen Anderen in ganz Afrika nachhaltig zu verändern. Wenn auch erschütternd, geht der Film in seiner Erzählweise über die in der internationalen Presse vorherrschende Viktimisierung der „Kuchus“ hinaus und öffnet den Blick auf eine Bewegung, die gerade wegen der ihr entgegengebrachten Repression immer weiter erstarkt. Durch die in Katos Worten erzählte Geschichte lebt sein Vermächtnis in CALL ME KUCHU weiter.

Di, 13.11., 20:00

httpv://www.youtube.com/watch?v=5J3c3GA3eVs

Der Filmabend ist eine Sonderveranstaltung des Queergestreift-Filmfestivals, das 2013 bereits zum 26. Mal stattfinden wird. Wir zeigen den Film in Kooperation mit belladonna – Frauen und Kultur e.V., TERRE DES FEMMES, Amnesty International Konstanz, CSD-Konstanz Kreuzlingen, dem Referat für Gleichstellung an der HTWG Konstanz und QUEERAMNESTY Schweiz.

Die Vorstellung wird von einer kurzer Einführung von QUEERAMNESTY-Referenten und einer Diskussion nach dem Film begleitet.

Ein Screening im Rahmen der „Cinema fairbindet“ Roadshow. Die Roadshow von CALL ME KUCHU wird ermöglicht durch den entwicklungspolitischen Filmpreis ‚Cinema fairbindet‘, gestiftet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).