„Es war schon eine Überraschung, dass das Raumschiff nicht über Manhattan oder Washington stehen geblieben ist.“ Völlig richtig, denn normalerweise haben, zumindest in den Blockbuster-Produktionen aus Übersee, amerikanische Großstädte das Privileg außerirdische Besucher empfangen (und meistens auch vernichten) zu dürfen. So bleibt dieses Zitat aus District 9 nicht die einzige Feststellung, die auf atypische Genremerkmale hindeutet.

Für einen Alien-Invasions-Film ist die Peter Jackson-Produktion erfrischend innovativ und lässt nicht bereits nach einer halben Stunde das Ende erahnen. Der geneigte Zuschauer wird im Verlauf des Films mit Fragen konfrontiert, deren Tiefgründigkeit, neben den beeindruckenden Spezialeffekten, die Qualität von District 9 ausmacht.

Die Story bietet hierfür ein solides Grundgerüst. Seit fast 30 Jahren schwebt ein abgewracktes, offensichtlich notgelandetes Alien-Mutterschiff über Johannesburg, Südafrika. Dessen unterernährte und verwahrloste Bewohner, von den Menschen „Prawns“ genannt, werden frühzeitig in ein Habitat namens District 9 direkt unter dem Raumschiff gebracht. Schnell entwickelt es sich zum militärisch abgeriegelten Slum für seine 1,8 Millionen Bewohner.

Nach Protesten der menschlichen Anwohner zieht die Regierung die Notbremse und beauftragt den Waffenkonzern MNU die „Prawns“ in ein neues Reservat abseits der Stadt umzusiedeln. Die Leitung dieser äußerst heiklen Mission bekommt Wikus Van De Merwe zugesprochen, ein etwas naiver und mit der Aufgabe heillos überforderter Mitarbeiter der MNU. Wie sehr er sich übernommen hat, wird ihm aber bald bewusst. Doch die Zeit arbeitet bereits gegen ihn und er findet sich mit vielen neuen Feinden und einem überraschenden Verbündeten konfrontiert.

Jungregisseur Neill Blomkamp, der selbst in Johannesburg aufwuchs, ist ein schwieriger Spagat gelungen. In seiner grotesken Moralsatire, die 2010 bei den Oscars in den Kategorien „Bester Film“ und „Visuelle Effekte“ nominiert war, vermengt er gekonnt Gesellschaftskritik und ethische Dilemmata mit kurzweiliger Action und sorgte so für Begeisterung bei Kritikern und Zuschauern.

Spieltermin: Dienstag, 21. Juni, Universität Konstanz, Orginalfassung
Bei schlechtem Wetter wird die Vorstellung im Audimax der Universität stattfinden.

Das Zebra Kino zeigt District 9 in Kooperation mit dem Lumière-Kino.

httpv://www.youtube.com/watch?v=oo4rKtKkP2k

 

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