Wir freuen uns darauf am Montag den 6. Juni um 22:15 Dr. Frank Furtwangler im Zebra Kino begrüßen zu dürfen, der eine kurze Einführung zu eXistenZ halten wird, mit einem Verweis auf Cronenbergs Werk, den darin verhandelten verschiedenen Möglichkeiten von filmischen Erzählweisen und den daraus folgenden Brüchen mit den Erwartungshaltungen der Rezipienten.

eXistenZ. Written like this. One word. Small »e«, capital »X«, capital »Z«. »eXistenZ« – eXistenZ, die neuste technische Errungenschaft aus dem Hause Antenna Research, ein Computerspiel, ein Film, ein moderner Klassiker. Vieles trifft sich in eXistenZ wieder, was an anderer Stelle bereits anklang: eXistenZ, der gerne als inoffizielle Nachfolger zu Cronenbergs Videodrome gesehen wird, entführt seine Zuschauer in einen Zwischenraum, in dem die lieb gewonnene Definition von virtuell/ real verwischt wird, genau wie sich auch die Gegensätze von Technik/Körper, eigen/fremd und Spiel/Ernst auflösen. Dass dies so mühelos funktioniert, liegt einerseits an der beinahe gefährlichen Ruhe des Filmes und den kühlen Bildern, dem Gefühl, das sich nicht in Traum oder Alptraum einteilen lässt, anderseits an der Geschichte.

Im Zentrum steht ein neues Spiel, das sich gerade noch in der Entwicklungsphase befindet, dessen geniale, gleichsam weltfremde Erfinderin und ein Leibwächter, der nicht bemerkt, in welche Geschichte er da hineingezogen wird. Und eine Welt bevölkert von mutierten Reptilien mit drei Köpfen und eine Pistole, die Zähne als Munition verwendet. Alles zusammen ergibt einen Sog, auf der Leinwand wie vor der Leinwand. »I’m feeling a little disconnected from my real life. I’m kinda losing touch with the texture of it. You know what I mean? I actually think there is an element of psychosis involved here.« So ist eXistenZ gleichsam eine Reflektion auf den cinematographischen Apparat wie auch auf die Generierung von Welten und Evidenzen im Allgemeinen. Dabei springt er nicht nur zwischen begrifflichen Gegensätzen, sondern auch zwischen den verschiedensten filmischen Genres, so finden sich genauso Elemente aus Thriller, Horror und SciFi wie natürlich auch eine Romanze und ein Schuss body horror. Somit stellt eXistenZ einen passenden Abschluss dar, für einen Schwerpunkt, der zwischen den Welten springt, ein Ende, aber nur vorerst, denn: Es gibt kein game over, solange man noch genug Münzen in der Tasche hat.

Continue? 10, 9, 8, …

httpv://www.youtube.com/watch?v=HAdbdUt_h9M