Schwarz, tiefschwarz ist der Humor dieser Komödie – sogar noch schwärzer als die Seele des Neonazis Adam, der zur Resozialisierung dem Pastor Ivan als neuer Schützling in der ländlichen Idylle Dänemarks unterstellt wird. „Hier wird nicht an den bösen Menschen geglaubt“ lässt er ihn sogleich über seine Oase der Nächstenliebe wissen.
Nein, weshalb auch!?

Ivan vertraut seinen Zöglingen blindlings und glaubt nur an das Gute. Grand Marnier, den er dem gescheiterten Ex-Tennisspieler und Trinker Gunnar regelmäßig vom Einkaufen mitbringt? Ist ja nur ein Hustensaft mit ungewöhnlichem Namen. Die Skimütze des Tankstellen-Räubers Khalid? Nun gut, für Südländer sind die dänischen Sommer eben nicht unbedingt warm. Nichts und Niemand kann den gut gelaunten Pastor aus der Ruhe bringen.

Ungläubig und gereizt ob dieser Weltfremdheit und der penetranten Güte beschließt Adam, dem Pastor die Augen zu öffnen. Doch selbst als Adam den Pastor Ivan krankenhausreif prügelt, verliert dieser seine Güte nicht.
Die Verletzung, verbunden mit dem Verlust des Geruchsinns, ist aber völlig unbedeutend im Vergleich zu allen nur erdenklichen Schicksalsschlägen, die dem Pastor bisher widerfahren sind. Doch diese nimmt der Pastor gelassen als Versuchung des Satans hin, seine Gottesfürchtigkeit auf die Probe zu stellen.

Adam kann diese extreme religiöse Weltsicht so gar nicht nachvollziehen und fühlt sich im Schoß Kirche unwohl, zumal sein Hitler-Portrait bei jedem Glockengeläute von der Wand fällt. Doch nicht nur dieses fällt ständig herunter, sondern auch die Bibel in seinem Zimmer. Diese schlägt immer per Zufall – ZUFALL? – im Buch Hiob auf. Genau hier holt Adam die Inspiration, dem Pastor die Güte auszutreiben.
Doch schon bald spielt das Kassettendeck des Autoradios wieder dieses eine Lied: „dumm didi dumm di dumm… ‚Cause we’re living in a world of fools, breaking us down. When they all should let us be. We belong to you and me. dumm didi dumm di dumm… How deep is your love?“

PS: Und ja, richtig gesehen: Mads Mikkelsen als grundgütiger Pastor Ivan ist derjenige Schauspieler, welcher zuletzt in Casino Royale „Le Chiffre“, den Widersacher James Bonds, verkörperte. In diesen komplementären Rollen beweist Mikkelsen seine großartige Wandlungsfähigkeit.

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