Andere Filme anders zeigen

Das Zebra Kino besteht aus einem gemeinnützigen Verein lauter ehrenamtlich arbeitender Filmenthusiast_innen. Wir lieben gutes Kino! Aus Begeisterung für gute Filme stellen 20 junge und alte Cineast/innen Woche für Woche ein spannendes Kinoprogramm zusammen und dafür nicht nur hinter der Theke, sondern auch am Projektor. Und dabei läuft die gesamte Arbeit im Zebra Kino basisdemokratisch und auf ehrenamtlicher Basis ab. Seit über 30 Jahren.

Als kommunales Kino steht unser Programm unter dem Motto “Andere Filme anders zeigen.” Das heißt, dass bei uns nicht nur die ehrenamtliche Arbeit, sondern auch das Kinoprogramm selbst ein bisschen anders abläuft als in kommerziellen Kinos. Wir spielen nicht einfach die aktuellen Starts der Woche ab, sondern kuratieren unser Programm nach inhaltlichen Kriterien. Unser Programm ist verschiedenen Reihen und Schwerpunkten organisiert und wird jeweils für einen Monat im Voraus geplant.

Für uns ist eine programmatische Bandbreite wichtig für Kino abseits der klassischen Schubladen. Nach welchen Kriterien wir unser Programm ausrichten, stellen wir dir gern bei unseren Reihen und Schwerpunkten vor.

Wie alle anderen Entscheidungen im Zebra wird das Programm auf unseren wöchentlichen Sitzungen basisdemokratisch bestimmt. Das Zebra steht allen engagierten Filmfans offen. Wenn dir bei gutem Kino das Herz aufgeht, bist du jederzeit eingeladen, mitzumachen.

Wie das Zebra zu seinen Streifen kam

Anfang der 1980er-Jahre zogen die französischen Truppen aus Konstanz ab und hinterließen leere Kasernen. Das ist die Geburtsstunde des heutigen Chèrisy-Areals, in dem nicht nur das Zebra Kino, sondern auch andere alternative Kulturinstitutionen wie der Kulturladen oder das Contrast bis heute beheimatet sind. Eine engagierte Gruppe junger Menschen war zu dem Zeitpunkt schon länger unzufrieden mit dem Angebot der kommerziellen Konstanzer Kinos und wollte dem ein eigenes Kino entgegenstellen. In dem leerstehenden ehemaligen französischen Truppenkino fanden sie dafür den perfekten Raum.

Es fehlte nur noch der Name – und nach zahlreichen Diskussionen gewann schließlich in ganz basisdemokratischer Tradition der Name „Zebra Kino“. Der Name ist in digitalisierten Zeiten nicht mehr ganz so selbsterklärend: der Begriff spielt auf die Farben leerer 35mm-Filmstreifen an, die in den ersten 30 Jahren (neben 16mm) das bestimmende Medium im Zebra Kino waren. Das Zebra und das Kino hatten also beide bewegte Streifen als Charakteristikum.

Trotz zahlreicher Hindernisse auf dem Weg schaffte es das junge Team schließlich, am 5. Mai 1984 das Zebra feierlich zu eröffnen.

Während das Zebra seine Taufe feierte, existierte eine andere Gruppe von Cineast_innen zur gleichen Zeit bereits seit mehreren Jahren: die Initiative „Kommunales Kino“, die ohne feste Bleibe allerdings nur als „Wanderkino“ unterwegs war. Sie verstand ihre Aufgabe im Kontext der damals in der ganzen BRD entstehenden Kommunalen Kinos als städtische Schulen des Sehens mit dem Ziel, andere Filme anders zu zeigen.

Beiden Vereinen gemeinsam war die Auffassung, Film als eigenständige Kunstform und kulturellen Ausdruck zu betrachten und nicht als Ware. Und weil gemeinsam alles besser geht, fusionierten sie 1990 zur “Arbeitsgemeinschaft Kommunales Kino – Zebra-Kino e.V.”

In der Absicht, zusammen etwas Neues auszuprobieren, zog diese Gruppe Anfang der 1990er (gemeinsam mit dem K9) in die frisch renovierte Paulskirche in der Altstadt ein. Das Konzept ging aber nicht zufriedenstellend auf und so kehrte das Zebra 1993 wieder in die ursprünglichen Räumlichkeiten in der Chérisy zurück.

Nach einer kurzen Ruhephase sollte der Verein – diesmal für immer – das alte Soldatenkino verlassen: es musste einem Fitnesscenter weichen. Ein neuer (und hoffentlich der letzte) Platz für den Filmprojektor fand sich einen Eingang weiter – allerdings mussten hier die Kinoräume erst völlig neu geschaffen werden. Dieser Umzug und Umbau des Zebra-Kinos im Jahr 1996 entspricht daher fast einer Neugründung. In unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde von den Treppenstufen bis zu den Kinositzen ein gesamtes Kino nochmal neu erbaut. Seitdem haben wir unser Gehege nicht mehr verlassen und sind weiterhin im Joseph-Belli-Weg 5 beheimatet.

Die größte Veränderung gab es dennoch hinter dem Projektor. 29 Jahre lang konnte das Zebra Kino von gebrauchten und gestifteten 16mm und 35mm-Projektoren spielen, doch mit der Digitalisierung der Kinolandschaft drohte uns das Aus. Ein digitaler Projektor würde rund 45.000€ kosten – und als „Drop-Out Kino“ waren wir für Zuschüsse von der Filmförderungsanstalt viel zu klein.

Also starteten wir im Mai 2013 eine groß angelegte Spendenaktion und konnten erfreulicherweise die Stadt Konstanz und die MFG Baden-Württemberg zu weiteren Zuschüssen überzeugen. Anfang 2014 war bereits der benötigte Betrag zusammen und rechtzeitig zu unserem 30. Geburtstag konnte unser neuer Sony 4K-Projektor installiert werden, der bis heute ein sagenhaft gutes Bild auf unsere Leinwand zaubert.

Die Satzung des Vereins findest du hier!