New Adventures
in Science Fiction

Schwerpunkt im September und Oktober 2014

The Signal

„Können Sie reden? Wie heißen Sie? Sind Sie von der Erde?“ – Fragen, mit denen der völlig irritierte Student Nicolas konfrontiert wird, als er plötzlich in einem mysteriösen Raum aufwacht.

Under the Skin

Ein mysteriöses Wesen (Scarlett Johansson) durchstreift in Jonathan Glazers einzigartigem Meisterwerk das kalte Schottland auf der Suche nach einsamen und verlorenen Männern.

The Rover

Zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der Zivilisation kämpft Einzelgänger Eric (Guy Pearce) im australischen Outback ums Überleben – und gegen Diebe, die ihm alles genommen haben.

Im Jahr 2014 sind wir an einem ganz besonderen neuen Punkt der Filmgeschichte angekommen: Fernsehen und Kino sind sich so ähnlich wie nie zuvor: vorbei sind die Zeiten von unscharfen VHS-Kassetten und zweitklassigen Serien. Im Zeitalter von HDTV, Netflix und binge watching, in Zeiten, in denen Serien wie Breaking Bad uns grandiose Bilder und Geschichten nach Hause bringen, ist klar, dass das Fernsehen mindestens genauso spannende Formate zu bieten hat, die einst nur dem Kino vorbehalten waren. Bleibt nur die Frage: Wozu brauchen wir noch das Kino?

Natürlich könnte man sich allein auf die technische Überlegenheit des Kinos gegenüber dem Heimkino stützen. Doch auch wenn wir noch so stolz auf unsere neue Projektionsanlage sind, kann das Aufzählen von Farbraum und Kontrast des Bildes oder das Prahlen mit der Wattzahl der Tonanlage nicht alles sein. Insbesondere als kommunales Kino. Was das Kino für uns einzigartig macht: ein großer dunkler Raum, in dem man konzentriert und ohne Ablenkungen gemeinsam mit fremden Menschen einen Film erlebt, gemeinsam lacht, weint, verzweifelt oder staunt. Ein guter Film nutzt diese Situation aus und verkommt nicht nur zum TV-Beiwerk. Das gilt für jeden unserer Filme, doch für die drei Werke in diesem Fokus ganz besonders: denn sie bringen die Kunstform Film weiter voran, jeder von ihnen auf ganz eigene Art und Weise.

„It’s not what a movie is about, it’s how it is about”, sagte einst der amerikanische Filmkritiker Roger Ebert und bringt damit den Sinn diesen Fokus auf den Punkt. Denn die drei Filme unseres Fokus spielen mit Stories und Genrekonventionen, die wir zu kennen glauben, und erschaffen daraus Neues. Und das Schönste daran: sie beweisen, dass das Medium Film noch genügend Spielraum für neue Experimente bietet, die nur im Kino ihre volle Wirkung entfalten, und dass kleine Independent-Produktionen mit guten Ideen und dank günstiger Technik beeindruckendere Bilder auf die Leinwand bannen können als mancher millionenschwere Blockbuster. Film ist tot, es lebe das Kino!

Das ist ganz besonders deshalb bemerkenswert, weil Science Fiction ebenso wie etwa Horror- oder Fantasyfilme meist in Deutschland mit dem Begriff „Genrekino“ von vielerlei Seiten als minderwertig einem angeblich „normalem Kino“ abgewertet werden und dementsprechend viel zu selten überhaupt noch den Weg in deutsche Kinos finden. Zeit, dass sich das ändert. Deshalb laden wir euch herzlich ein, euch der Herausforderung zu stellen. Wer sich auf den Fokus einlässt, wird mit drei ganz grandiosen Kinoerlebnissen belohnt.