In einer Zeit vor FM4: Österreich liegt musikalisch brach, im südlichen Kärnten sieht es besonders düster aus. 1991 gründet sich schließlich gegen diese trostlose Stille Naked Lunch, benannt nach dem berühmten Burroughs-Roman. 17 Jahre später erhält die Band um Zamernik und Welter ihre verdiente filmische Ehrung: Universalove.
Die Geschichte in und um Universalove ist so alt wie das Geschichtenerzählen selbst. Im Mittelpunkt steht das große Gefühl, das alle Menschen verbindet oder wahlweise alle Menschen trennt: die Liebe. Und hier ist sie sogar, der Titel sagt es, die universelle Liebe. Die weite Welt, große Städte und immer wieder die Musik, die als roter Faden die Augenblicke verbindet.
Universalove ist in bester Manier Episodenfilm, einmal um den ganzen Globus: Marseille – eine junge Frau bangt um das Leben ihres Geliebten; Tokio – Liebe trotz Distanz; Brooklyn – Eifersucht; Rio de Janeiro – eine Frau trifft ihren angebeteten Star; Belgrad – zaghafte Liebe; und schließlich Luxemburg – Liebe zwischen den Generationen. Hier hört die Reihe auf, im Leben geht sie weiter.
Dass Liebe die gesamte Menschheit betrifft, ist kein neuer Gedanke, eine bekannte Band den Soundtrack für einen Film einspielen zu lassen auch nicht. Was Universalove leistet, ist auch nicht genuin neu (was im Zusammenhang mit Liebe auch schier unmöglich wäre), sondern wichtig: ein durchgekautes Thema ohne pathetische Gesten, ohne klebende Romantik zu präsentieren und den Geschichten gerade durch den Einsatz der Musik ihre Beliebigkeit, ihren Kitsch zu rauben, anstatt mit der Musik einen billigen „wir sind alle gleich“-Effekt zu erzeugen.
Musik ist, gerade im Soundtrack etlicher Liebesfilme, viel zu oft Geschmacksverstärker für die lauen Ideen, und Geschmacksverstärker sind in der Musik genau wie beim Essen: ohne eigene Substanz, bloßes Beiwerk. Naked Lunch spielen gegen diese Verkümmerung mit Bravour auf: „this is the story of our romance / these are the words to comprehend / there is no end there's no beginning / we don't need entertainment / we entertain ourselves“ [military of the heart]
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