Framing Fear

Filmschwerpunkt von März – Juni 2015

Rahmen öffnen den Blick und was wir sehen, macht uns Angst. Mit Framing Fear lenken wir den Blick auf eine spezielle Art von Filmen, die in jüngerer Zeit auf Festivals rund um den Globus für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt haben. Sie fügen zusammen, was man so nicht unbedingt erwartet. Grusel-Atmosphäre mit ebenso tiefgründigen wie glaubwürdigen Geschichten, Manifestationen von Angst in von sozialer Härte geprägten Konflikt-Situationen getragen von überragenden darstellerischen Leistungen.

Beispielsweise muss eine alleinerziehende Mutter befürchten, dass ihr der Sohn weggenommen wird. In einem anderen Fall verhält sich eine höchst vertraute Person nach kurzer Abwesenheit plötzlich ganz anders, bis schließlich Befürchtungen Monster erschaffen. Das kompetitive globale Dorf hat die Vertrautheit zerstört. Das Familiäre ist schon längst dysfunktional und wird zunehmend unheimlich.

Hier verschmelzen ‚Problemfilm‘ und düster expressionistische Ikonizität, Urängste und moderne Konfliktsituationen zu bisher so noch nie dagewesenen Genre-Hybriden.

 

Spring

28. Mai – 8. Juni 2015

Den Abschluss unseres Schwerpunktes bildet der neben A GIRL wohl innovativste Genre-Hybrid der letzten Jahre. Evan (Taylor Pucci) hält nach dem Tod seiner Mutter nichts mehr in seiner Heimat. Also packt er spontan seine Sachen und reist nach Europa, wo er mit anderen Rucksacktouristen in einem malerischen italienischen Küstenstädtchen landet. Dort verliebt er sich in die Studentin Louise (Nadia Hilker). Doch die mysteriöse Schönheit hütet ein dunkles Geheimnis.

Justin Benson und Aaron Moorhead beweisen mit dem atmosphärischen, großartig fotografierten SPRING endgültig, dass sie zu den Nachwuchshoffnungen des Independent-Films gehören. SPRING ist ein faszinierendes Kinoerlebnis, das dem Zuschauer lange in Erinnerung bleiben wird. Auch SPRING ist zwei Wochen lang als exklusive Preview vor dem offiziellen Heimkinostart im Zebra zu sehen.

 

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Der Babadook

7.-18. Mai 2015

Der Horror in Form des titelgebenden Schreckgespensts kommt in Jennifer Kents Regiedebüt auf leisen Sohlen daher: Die Geschichte von Amelia, die ihren Mann auf der Fahrt zur Entbindung bei einem Unfall verloren hat und ihren verhaltensauffälligen Sohn Sam alleine großziehen muss, beginnt als fantastisch gespieltes und inszeniertes Drama. Als die zunehmend überforderte Amelia ihrem Sohn aus dem Buch „Mr. Babadook“ vorliest, hinterlässt das auf den zweiten Blick nicht sehr kindgerechte Werk tiefe Spuren und entwickelt dabei ein unheimliches Eigenleben.

Jennifer Kent dreht die Spannungsschraube so konsequent an, dass selbst die Altmeister ehrfürchtig Tribut zollen. Regisseur William Friedkin (THE EXORCIST) stellte THE BABADOOK gar auf eine Stufe mit PSYCHO und ALIEN.

 

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A Girl Walks Home Alone At Night

23. April – 5. Mai 2015

Im vielversprechenden Spielfilm-Debüt von Regisseurin Ana Lily Amirpours trifft man unter anderem auf Genreelemente des Spaghetti-Western, der Graphic-Novel-Verfilmung, des Horrorfilm und des iranischen New Wave-Film. In der iranischen Geisterstadt Bad City, die nur noch von gespenstischen Existenzen bevölkert wird, beherrscht die kriminelle Unterwelt das öffentliche Leben. Einsamkeit, Verderben und Tod verbreitet sie in der heruntergekommenen Stadt. Dabei wissen die Bewohner nicht, dass auch ein Vampir durch die Straßen streift und sein Unwesen treibt. Unerwartet entwickelt sich in dieser hoffnungslosen Umgebung eine ungewöhnliche Liebesbeziehung zwischen zwei gequälten Seelen.

Wer sich auf A Girl Walks Home Alone at Night einlässt, wird nicht nur grundsätzlich überrascht. Ganz schnell verliert man sich auch in Amirpours wildem Mix aus stylisch eleganten Bildern, einem großartigen Soundtrack und einer beängstigenden Atmosphäre. Ein Filmjuwel, das das Zeug zum modernen Klassiker hat.

 

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It follows

10.-20. April 2015

Gefeierte Weltpremiere in Cannes. Zahlreiche Kritikerauszeichnungen und Publikumspreise auf den großen internationalen Festivals. Das ist meist den großen Dramen vorbehalten. David R. Mitchell ist mit IT FOLLOWS die große Ausnahme gelungen. Dabei klingt der Plot recht generisch: Nach der ersten Liebesnacht mit ihrem neuen Freund Hugh wird die junge Jay (Maika Monroe) von Paranoiaattacken geplagt. Und Hugh ist wie vom Erdboden verschluckt…

Keine Frage: IT FOLLOWS ist ein großer Film. Ein Film, der in keine bekannten Schubladen passt. Auch darum ist das Zebra-Kino stolz, IT FOLLOWS mit freundlicher Unterstützung des deutschen Verleihs Weltkino im Rahmen des Schwerpunkts als exklusive Preview zeigen zu dürfen – und freuen uns jetzt schon darauf, einen der besten Filme des Jahres auf der großen Leinwand zu genießen.

It follows liegt im Vertrieb vom Weltkino und startet am 16. Juli regulär in den deutschen Kinos.

 

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Artwork: Richey Beckett

Housebound

26.-30. März 2015

Falsche Freunde, falsche Werkzeuge, ein widerspenstiger Geldautomat. Kylie (Morgana O’Reilly) wird geschnappt und zu mehreren Monaten Hausarrest samt Peilsender am Fuß und Bewährungshelfer verknackt. Für die 20-jährige Misfit ist die schlimmere Strafe, dass sie den Arrest bei ihrer Mutter (Rima Te Wiata) absitzen muss. Da diese niemals müde wird, im Schlechten noch das Gute zu loben, lässt Kylie sie ziemlich auflaufen. Zu ihrem Gefühl vom Lebendig-Begraben-Sein kommt, dass ihre Mom von der Existenz eines Geistes überzeugt ist, der im dunklen Gemäuer sein Unwesen treibt. Was sie erst als vollkommenen Quatsch abtut, verändert sich, als sie selbst anfängt, merkwürdige Geräusche zu hören und unerklärliche Dinge zu sehen. Der Film bleibt ganz nah bei seinen Charakteren, deutet effektiv Schreckmomente an und delektiert sich genüsslich an den vielen herrlich unangenehmen sozialen Interaktivitäten. Dabei wird der Humor immer bösartiger und für jedes gelüftete Geheimnis tut sich ein neuer Abgrund auf. Erst Twist, dann Shout.

 

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