April 2013: Panzer rollen durch die Straßen von Boston, mit vollautomatischen Waffen bis an die Zähne bewaffnete Polizeieinheiten durchkämmen die Vororte der Stadt. Die Suche nach den Attentätern des Boston Marathons verdeutlicht, dass die amerikanische Stadt sich nach dem Bombenattentat im Kriegszustand befindet. Dokumentarfilmer Craig Atkinson, Sohn eines ehemaligen SWAT-Mitglieds, verfolgt die Geschehnisse mit Entsetzen. Und beginnt bald darauf, sich eingehend mit dem Thema zu beschäftigen.

Im Zuge seiner Recherchen gelingt es Atkinson, sich einen noch nie dagewesenen Zugang zu Polizeikongressen, Ausrüstungsmessen und diversen Behörden zu verschaffen. Do not resist gewährt einen Einblick in Vorträge, Schulungen und Seminare von und für Polizeibeamte und zeichnet ein erschreckendes Bild der rasch voranschreitenden Militarisierung des US-amerikanischen Polizeiapparats. In dessen Ausrüstung hat die Regierung seit den 9/11-Anschlägen weit über 40 Milliarden Dollar gesteckt.

Die Folgen dieser rapiden Aufrüstung werden dabei während der diversen Einsätze deutlich, bei denen das Filmteam Spezialeinheiten begleiten darf. Dabei führt man auch Routineeinsätze mit voller Militärausrüstung durch.

Craig Atkinson hat bewusst darauf verzichtet, in Do not resist seinen persönlichen Bezug zu diesem Thema in den Mittelpunkt zu rücken. Sein Vater wurde für den Film nicht interviewt. Dafür lässt der Film Fakten sprechen: In den 13 Jahren, in denen Atkinsons Vater Teil eines SWAT-Teams war – von 1989 bis 2002 – hat dieses insgesamt 29 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Heutzutage liegt die Zahl bei Einheiten in vergleichbaren Gegenden bei über 200. Jährlich.

Wir freuen uns sehr darauf,  am 11.03. den Akademischen Mitarbeiter für Ethnologie und Kulturanthropologie an der Uni Konstanz Mirco Göpfert im Zebra-Kino begrüßen zu dürfen.

„In meiner bisherigen Forschung interessierte ich mir vor allem für die Herstellung von Sicherheit (und Unsicherheit) in urbanen Räumen, Polizeiarbeit, von der Gewaltanwendung, über die außergerichtliche Streitschlichtung, die Produktion von Tatsachen und Verbrechen, der Anwendung des Gesetzes, bis hin zur bürokratischen Produktion von Akten und Berichten. Durch diese spezifischen Themen sind meine Forschungsinteressen eng verknüpft mit allgemeineren Fragen von „law and order“, Verbrechen und Strafen, Staat und Bürokratie. Den Großteil meiner ethnographischen Forschung führte ich in Niger, Westafrika durch. Seit kurzem beschäftige ich mich intensiv mit KarikaturistInnen und Cartoon-ZeichnerInnen in Iran. Die Forschung läuft…“

 

 

 

 

Spieltermine: Do., 09.03..17, 22:00 Uhr | Sa., 11.03.17, 19:00 Uhr mit Mirco Göpfert | So., 19.02.17, 21:15 Uhr | Di., 21.02.17, 21:15 Uhr

FSK 12

Amerikanisches Original mit deutschen Untertiteln

Kartenreservierungen per Mail möglich