Sangailé wohnt mit ihren Eltern in einem einsamen Haus im Wald nahe eines industriell geprägten Vorortes von Vilnius. Im nächsten Jahr macht sie ihren Schulabschluss und auf die Frage der wohl ziemlich fordernden Mutter– ehemals erfolgreiche Ballerina – in der Abendgesellschaft welche Pläne die Tochter dann habe, antwortet sie: Ich werde Prostituierte. Die zarte junge Frau ist fasziniert vom Kunstfliegen bei einer panischen Höhenangst, ist aus den ZuschauerInnen nur schwer zu erahnenden Gründen in sich zerrissen, deprimiert, hat Schnittwunden an den Armen. In diesem Sommer trifft Sangailé auf die gleichaltrige lebensfrohe, vitale und kreative Auste, die sie von ihren Ängsten ablenkt und den Lebensgenuss nahelegt, ihr hübsche Kleider näht und sie fotografiert. Anfangs kühl und distanziert, öffnet sich die Protagonistin der neuen Freundin gegenüber, lässt spirituelle und körperliche Leidenschaft zu, um dann wieder von der Panik eingeholt zu werden.

Die lesbische litauische Regisseurin Alanté Kavaïté erzählt in ruhigen, wunderschönen, fast schwerelosen Bildern und vermag es durch das Einfangen der Sonnenstrahlen verschiedener Tageszeiten und ihrer Reflexe im Wasser industrielle Objekte als der baltischen ländlichen Landschaft tatsächlich dazugehörig ausschauen zu lassen. Durch kurzweilige zitternde elektronische Toneffekte werden die atmosphärischen Bilder wieder gebrochen und vermitteln auch den Sinnen des Publikums die Geschichte der labilen Sangailé einfühlsam und intensiv zugleich. Auf dem Sundance Festival erhielt der Film 2015 die Auszeichnung als World Cinema Dramatic.

 

 

Spieltermine: Mo., 04.04.16, 19:30 Uhr + Sa., 09.04.16, 19:30 Uhr

Litauische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK o.A.

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