Bei Tangerine handelt es sich um einen dieser seltenen Fälle, in denen der Hype absolut gerechtfertigt ist, das Werk die höchsten Erwartungen sogar noch zu übertreffen vermag: nach seiner Premiere am Sundance Filmfestival gepriesen als der bestaussehende komplett auf einem iPhone gedrehte Film, stellt sich Tangerine als mehr als die Summe seiner Teile heraus.

Als die transsexuelle Prostituierte Sin Dee Rella, gerade aus dem Gefängnis entlassen, an Heiligabend erfährt, dass ihr Pimp und Liebhaber Chester sie mit einer ‚echten‘ Frau betrogen haben soll, begibt sie sich mit ihrer besten Freundin Alexandra, die an diesem Tag eigentlich auch andere Probleme hat, als ihre cholerische Freundin zu betreuen, auf eine Odyssee durch Los Angeles, um die schuldige Nebenbuhlerin zu suchen und zu konfrontieren.

Die beiden umwerfenden Hauptdarstellerinnen, die für ihre Performances völlig verdient in höchsten Tönen gelobt und für diverse Darstellerpreise nominiert worden sind, wurden per Streetcasting gefunden und stammen aus dem Milieu, das der Film abbildet. Regisseur Sean Baker betont, wie wichtig ihm war, dass Kiki und Mya improvisieren und sich nicht allzusehr auf ein rigides Auswendiglernen des Drehbuchs verlassen. Es ist diese Tatsache und die Entscheidung, den Film auf einem iPhone zu drehen, der ihn zu dem authentischen, kraftvollen, realistischen Meisterwerk macht, in welchem bei aller Rauheit und Brutalität der Humor nicht zu kurz kommt.

Vergesst Pretty Woman – wen Tangerine in seinen Bann gezogen hat, den lässt er so bald nicht wieder los!

 

 

Spieltermine: Sa., 02.04.16, 22:00 Uhr + So., 10.04.16, 20:00 Uhr

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK o.A.

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