Reality, ein neunjähriges Mädchen, findet eine mysteriöse VHS-Kassette in den Innereien einer Wildsau, die ihr Vater gerade erlegt hat. Dennis, der neurotische TV-Moderator einer lokalen Kochsendung im Biberfell-Kostüm, leidet an einer imaginären Hautkrankheit und kratzt sich ständig überall an seinen unsichtbaren Ekzemen. Jason, der Kameramann der Kochsendung, träumt von der Verfilmung seines eigenen Horrorfilm-Projekts über mordende telekinetische Röhrenfernseher. Voraussetzung seines Produzenten ist allerdings, dass er innerhalb von 48 Stunden den perfekten, oscarreifen Angstschrei findet. Das übt Jason von nun an intensiv, womit er die Therapiesitzungen seiner Frau mit Schuldirektor Henri stört. Der läuft nämlich gerne in Frauenklamotten rum und erklärt Rentnern, dass sie von nun an keine Blumen mehr von ihm bekommen werden…

Unschwer zu erkennen, kann es sich bei einer solch obskuren Filmbeschreibung nur um das nächste Meisterwerk von Kultregisseur und Zebra-Stammgast Quentin Dupieux aka Mr. Oizo handeln, der auch bereits mit den verschrobenen Filmen Rubber, Wrong und Wrong Cops bei uns vertreten war. Den Zuschauer erwartet ein abgedrehter, verschachtelter mehrsprachiger Episodenfilm mit mehreren parallelen Erzähl- und Zeitsträngen, in denen Träume, Filme, Visionen und Ideen verwoben werden. Dabei liefert Reality auch eine Fülle exzentrischer Figuren, die nie so recht wissen, ob sie selbst gerade träumen (vielleicht) oder in einem Film mitspielen (definitiv). Existieren sie überhaupt?

Den absurden Höhepunkt dieses surrealen Wahnsinns bildet dabei das famose Finale mit einer verblüffenden wie genialen Pointe. Und so kommt es, dass man nach dem Film das Prinzip verstanden hat, aber weiterhin nicht genau weiß, was eigentlich gerade passiert ist. Ein einzigartiger Mindfuck allererster Güte, der alle Genregrenzen sprengt. Bleibt die Frage, ob dieser Film nur ein absurder Traum oder wirklich ein schräges filmisches Meisterwerk ist.

 

 

Spieltermine: Fr., 19.02.16, 19:30 Uhr; Sa., 20.02.16, 21:45 Uhr; So., 21.02.16, 20:00 Uhr; Mo., 22.02.16, 21:45 Uhr

Französisch-Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK 16

Kartenreservierungen per Mail möglich