Thomas beschreibt sich selbst im Gespräch gern als ganz einfachen, normalen, netten Mann. Immer ein verlegenes Lächeln im Gesicht und auf Harmonie bedacht – er will es allen recht machen. Eine Art von Mensch, die brenzlige Situationen im Nachhinein gerne mal mit einem „Ist ja zum Glück nichts passiert!“ beschwichtigt. Einer, der ungerne ein Machtwort spricht oder Verantwortung übernimmt; in entscheidenden Lebenslagen wird nichts unternommen – es passiert einfach nichts. Thomas ist Meister im sich selbst belügen. Er versucht, sich seinen trügerischen Optimismus zu bewahren und die Dinge auch dann noch im familiären Ski-Urlaub im Bündnerland schön zu reden, wenn seine Ehe ein Scherbenhaufen ist und seine Tochter ernsthafte Probleme mit der ansässigen Dorfjugend bekommt. Von ihm kann man nichts erwarten. Oder etwa doch? Der Schweizer Regisseur Micha Lewinsky treibt seinen Anti-Helden Thomas in solch bizarre konfliktbeladene Umstände und Konfrontationen, dass dieser gar nicht anders kann, als unter den widrigen Gegebenheiten aus der eigenen Haut zu fahren. Beginnt durch Lewinskys rasant inszenierte Odyssee für Thomas eine Transformation oder gewinnt die alte Bauernweisheit, die besagt: „Der wird sich nie ändern!“. Passiert am Ende wieder nichts?

Nicht nur Micha Lewinskys grausames und makabres Katz und Maus-Spiel mit seinem Protagonisten Thomas und dessen Familie ist beachtlich. Die Figur des tragischen Familienvaters ist eine Rolle, die Devid Striesow wie auf den Leib geschnitten zu sein scheint. Eine überragende Darstellung, für die es sich allein schon lohnt, den Film auf einer großen Leinwand zu bewundern.

 

 

Spieltermine: Do., 11.02.16, 20:00 Uhr; Fr., 12.02.16, 21:30 Uhr; Sa., 13.02.16, 18:00 Uhr; So., 14.02.16, 20:00 Uhr; Mo., 15.02.16, 19:30 Uhr; Di., 16.02.16, 20:00 Uhr

Deutsche Originalversion

FSK 12

Kartenreservierungen per Mail möglich