Welche Sichtbarkeit hat moderne Ökonomie? Welche Körper repräsentieren Neoliberalismus? Welche Materialität hat der Sozialstaat? Das Filmdrama I, Daniel Blake geht diesen Fragen anhand der titelgebenden Figur Daniel nach. Es befasst sich mit den Auswirkungen der Privatisierungen und dem Ab- bzw. Umbau des Sozialstaats in unserer gegenwärtigen Ökonomie, am Beispiel der Beschäftigungs- und Unterstützungsbeihilfe des Vereinigten Königreichs. Diese wurde im Oktober 2008 als Ersatz zur Erwerbsunfähigkeitsleistung eingerichtet, die seit 2014 weiter stufenweise abgebaut wird.

Der Film erzählt die Geschichte des 59-jährigen Daniel aus Newcastle, der, nachdem er sein Leben lang als Handwerker arbeitete, aufgrund eines schweren Herzinfarkts arbeitsunfähig wird. Angewiesen auf Sozialhilfe verweigert ihm das Amt wegen seines mangelhaften Antrags die Unterstützung. Obwohl Daniel aus medizinischer Sicht nicht arbeiten soll, hält die Agentur Daniel dazu an, aktiv nach Arbeit zu suchen, um sich zumindest für Arbeitslosengeld zu qualifizieren. Bei seinen Behördengängen lernt er Katie und deren Kinder kennen. Gemeinsam versuchen sie der Bürokratie zu trotzen und kämpfen für Solidarität und ihre Rechte.

Eindrücklich zeigt der Film wie das Arbeitsvermittlungssystem aus Arbeitsunfähigen Arbeitssuchende und aus Menschen Kunden macht – getreu dem Motto „Selbst schuld!“. Auf diesjährigen Filmfestivals räumte I, Daniel Blake mehrere Auszeichnungen ab. Der Film gewann die Goldene Palme in Cannes, den Publikumspreis in Locarno und den Preis „Bester Internationaler Film“ in Vancouver.

Spieltermine: Do., 01.12.16, 19:00 Uhr | Fr., 02.12.16, 21:45 Uhr | Sa., 03.12.16, 21:45 Uhr | So., 04.12.16, 19:30 Uhr | Mo., 05.12.16, 21:30 Uhr

FSK 6

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

Kartenreservierungen per Mail möglich