Viel und gerne auch hitzig wird heutzutage über Migrantinnen und Migranten türkischer Herkunft in Deutschland geschrieben und debattiert. Weitgehend unbekannt hingegen ist die Tatsache, dass zwischen 1933 und 1945 Hunderte Deutscher vor dem Nationalsozialismus in die Türkei geflohen waren, darunter u. a. auch etliche Professoren, die ihre Beschäftigung an deutschen Hochschulen verloren hatten. Das kam Mustafa Kemal Atatürk, der den türkischen Staat erst 1923 gegründet hatte, alles andere als ungelegen: Die deutschen Intellektuellen wurden vor allem im Hinblick auf seine geplante Universitätsreform mit offenen Armen empfangen. Doch wie ist es ihnen nach ihrer Ankunft ergangen? Welchen Einfluss hatte der Wissens- und Kulturaustausch auf ihre damals neue Heimat? Leben ihre Kinder heute noch dort? Und was von alldem ist heute übriggeblieben?

80 Jahre später hat sich die Dokumentarfilmerin Eren Önsöz auf die Suche nach den Nachkommen der damaligen Geflüchteten gemacht, die in der Türkei aufgewachsen sind und heute teilweise immer noch dort leben. Sie erzählen sehr offen über ihre Kindheit und Jugend im damals fremden Land, ihren persönlichen Werdegang wie auch über den politischen Wandel in ihrer Heimat, vor allem unter Erdoğan. Dadurch gelingt Önösz ein gleichermaßen unterhaltsamer, informativer wie spannender und brandaktueller Blick auf ein Thema, das in dieser Form bisher wenigen bekannt ist.

Das Zebra Kino zeigt HAYMATLOZ einmalig am 9. Oktober im Rahmen des europaweiten European Art Cinema Day (EACD). Wir sind derzeit noch dabei, ein kleines Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, das wir baldmöglichst auf unserer Homepage und Facebook-Seite ankündigen werden.

 

 

Spieltermin: So, 09.10.16, 18:00 Uhr

FSK 0

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